Der Umweltausschuß des Freiburger Rat ist ein sogenannt beratender Ausschuß. Dank Martin Horns Dezernentenrunde unter Abnicken des gemeinderätlichen Ältestenrat zudem ein Ausschuß der seit 2026 erst um 17 Uhr starten muss, aber um 19 zu Ende sein soll. So auch am Montag 18.Mai 2026
Angesichts der durchnittlichen öffentlichen Verhandlungszeiten aller auch der beschließenden Ausschüsse ist das wohl immer noch hinreichend.
Ein schlechter Witz ist jedoch die inhaltliche Ausdünnung für die namentlich der Chef des Umweltamtes, Klaus von Zahn, die Verantwortung trägt:
- Ausschreibung der Vergabe der Energieverorgung des neuen Dietenbach-Stadtteil wurden hier nicht debattiert, sondern am Gas Interesse der badenova [Gas mit gleicher Punktzahl wie erneuerbare Energie, Streichung von Entnahme- und Wiedereinspeisungsstellen der für Grundwasserwärme erforderlichenBrunnen, statt Solarfassaden - Dächer sind ja längst gesetzlich Pflicht - lieber Anschluß und Benutzungszwang der überwiegend fossil betriebenen FernWärme zu Gunsten der Badenova und somit auch ein Defacto-Verbot der Grundwasserwärmenutzung auf den Grundstücken selbst.
- Weigerung gegenüber der badenova die Umwelt- und Arbeitsschutzgesetze energisch zur Durchsetzung zu bringen:
Bei Ausschreibungen als Bauherr fördert, lagert und vermischt diese badenova der Trinkwasser / Abwasser /Fernwärme bei in Ihrem Interesse zustande kommenden Aufrissen der Freiburger Strassen die toxischen PAK-Teer an die Oberfläche fördern.
Natürlich ein Non Thema für den Herrn. - Auf Vorschlag des gleichen Amtes werden stattdessen aus dem Klimaschutzfonds der Stadt aus der ohnehin geschmälerten Konzessionsabgaben der Badenova Millionbeträge - dem Rat vorgreifend, aber verpflichtend -zurückgeschoben in die Kasse der Badenova für z.B. einen zusätzlichen Energietunnel unter DB Gleisen oder für Umrüstung auf LED.
- Stattdessen heftigste Lobby-Brandbriefe von der Badenova an die Landespolitik zum "wirtschaftlichen" Schutz der fossilen Fernwärme zu Lasten der Wärmepumpen, die nach städtischen Wärmekonzept aber 30 % zur Wärmeversorgung beitragen sollen.
- Während längst eine Untersuchung zu toxischen Grundwasserverseuchungen und damit auch Trinkwassergefährdungen im Oberrheingraben - die Hälfte ist badenova Versorgungsgebiet - vorliegt.
Schweigen aus dem Umweltschutzamt, geschweige denn eine Vorstellung im Ausschuß.
Stattdessen wird der Rat über eine zu 90 % aus Landesmittel finanzierte Propaganda-Kampagne "Solar-Sommer 2026" informiert. Auch hier ist wieder die Schonung der Badenova angesagt:
Statt beispielsweise Solarspeicherförderung in den Haushalten z.B. als ergänzende Vorgabe zur Zielerreichung die heute 96,5 MWp PV- Leistung auf erforderliche 280MWp zu verdreifachen, wird dies nicht einmal in Erwägung gezogen oder gar angesagt.
Wird heute das einst bereits in den 90ern in der Vauban-Solarsiedlung erreichte Ziel (durch Plus-Energie Bebauung) in der sich die einstige Vorreiterrolle bei der Solarcity ausdrückte , später aber insgesamt auf dem Altar für Anschluß- wie Benutzungszwänge an fossile Fernwärme der Badenova, sowohl in Vauban, wie Rieselfeld und Gutleutmatten geopfert. Auch heute wird wieder schon das Ziel - Verdreifachung der PV Leistung für von vornherein für unerreichbar bis utopisch deklariert. Wieder geht es wohl um den Gebietsschutz für Badenova-Fossilismus: "Technisch limitieren insbesondere fehlende Einspeisekapazitäten, der Mangel an Flächen für Trafo-Stationen und Umspannwerke sowie der langwierige, teure Netzanschluss den Ausbau." (S.3 der Infovorlage) Hallo wer priorisiert denn?
Wer plant diesen Vorrang des Wärme Fossilismus vor hinreichender Elektrifizierung und wer verzichtet dafür auf Gewinnausschüttungen und muß seine Stadtwerke, VAG und Regiobäder stattdessen direkt aus dem Stadt-Haushalt finanzieren?
Dieses ist ersteres die Badenova, die zu einem Drittel in städtischer Hand ist. Zweitens verzichten müssen alle öffentlichen Eigentümer der Badenova.
Diese Politik dieses Umweltamtchefs erfordert dringlichst eine Korrektur durch die Umweltbürgermeisterin statt der selbsherrlichen Amtsführung durch den Amtschef zu Gunsten von Badenova.
Diese Bürgermeisterin braucht ausserdem endlich eine starke Unterstützung durch den wiedergewählten Oberbürgermeister, der ja auch zugleich Aufsichtsratvorsitzendner der BADENOVA ist. Dies umfasst auch eine Korrektur der Kostenfalle -Stichwort: CO-2 Be-Preisung - die durch regelmäßige öffentlichen Abnahme der fossilen Wärme der Badenova gerade auch im Bereich der FSB vorangetrieben wird: Keine zweite "Badenova"-Miete !
Die Zeit ist da. Jetzt muß gehandelt werden!
Michael Menzel 18.Mai.2026

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