Urteil zum Lärm am Augustinerplatz: Stadt Freiburg fürchtet Verlagerung des Nachtlärms

Stadt Freiburg fürchtet Verlagerung des Nachtlärms

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Das Freiburger Verwaltunsgericht hat entschieden, dass die Stadt Freiburg "geeignete polizeiliche Maßnahmen" zur Durchsetzung der Nachtruhe am Augustinerplatz ergreifen müsse, "falls (wieder) regelmäßig gesundheitsgefährdende Lärmwerte erreicht werden." Das Gericht warf der Stadt Untätigkeit vor. Das gerichtlich angeordnete Gutachten der Landesanstalt für Umwelt hatte bei einer zweimonatigen Dauermessung bei zwei Wohnungen am Augustinerplatz fast durchgehend nächtliche Lärmwerte von mehr als 60 dB(A) ergeben. Bei zwei nächtlichen Einzelmessungen an zwei Wochenenden wurden laut Gericht zwischen 22:00 Uhr und 2:00 Uhr stündliche Beurteilungspegel bis zu 73 dB(A) bei maximal 113 PlatzbesucherInnen gemessen bzw. ein Beurteilungspegel bis zu 78 dB(A) bei maximal ca. 60 PlatzbesucherInnen. Die festgestellten Lärmwerte lägen dem Verwaltungsgericht folgend über einem Beurteilungspegel von 60 bis 62 dB(A), der zu Gesundheitsgefährdungen führen könne, wenn er mit einer gewissen Dauer und Häufigkeit, also regelmäßig überschritten sei. Dies sei hier der Fall gewesen, wie die Einzel- und Dauermessungen ergeben hätten. Die Lärmbelastung der AnwohnerInnen überschreite regelmäßig vor allem in den Nächten von Donnerstag auf Freitag, Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag die Schwelle von 62 dB(A). Dies gelte nur dann nicht, wenn es regne oder wenn die Temperaturen unter 15 Grad fielen. Das Verwaltungsgericht erklärt, die Stadt könne ihren Gemeindevollzugsdienst mit der Durchsetzung der Nachtruhe am Augustinerplatz beauftragen.

Die Pressesprecherin der Stadt, Edith Lamersdorf, erklärte auf Radio Dreyeckland Anfrage:

"Wir nehmen das Urteil zur Kenntnis und werden es noch genau analysieren und gemeinsam mit der Polizei mögliche Maßnahmen , die wir ergreifen müssen, besprechen. Ob die Stadt das Urteil so annimmt oder noch mal Rechtsmittel einlegt gehört mit zur Bewertung." In der Stadtverwaltung befürchtet man ganz offenbar, dass es zu einer Verlagerung der Probleme zwischen NachtschärmerInnen und AnwohnerInnen kommt, wenn die Polizei stärker am Augustinerplatz eingesetzt würde. So erklärt Lamersdorf gegenüber RDL, dass man sich Gedanken machen müsse, "wo die Leute in der Innenstadt hin können - wenn sie nicht mehr auf dem Augustiner sind". Sie würden dann ja sicherlich woanders hingehen. Freiburg sei attraktiv und solle es auch bleiben, so Lamersorf. (FK)