Einblicke und Erfahrungen aus der psychotherapeutischen Arbeit mit Menschen in Phasen des Neubeginns.: Zwischen Integration, Belastung, Kulturen, Systemen, strukturelle Hürden und gesellschaftliche Herausforderungen: Psychotherapie in Deutschland.

Zwischen Integration, Belastung, Kulturen, Systemen, strukturelle Hürden und gesellschaftliche Herausforderungen: Psychotherapie in Deutschland.

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Mahmoud Hemmo, ein Psychotherapeut mit palästinensischen Wurzeln und langjähriger internationaler Erfahrung. Er arbeitet seit vielen Jahren mit Menschen, die Migration, Krise und psychische Belastungen erlebt haben. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf Themen wie Identität, Integration und psychische Gesundheit. Darüber hinaus ist er als Trainer in internationalen Projekten tätig, unter anderem in Zusammenarbeit mit der WHO und UNICEF. Aktuell forscht er im Bereich „Refugee Mental Health.

 

Seine Arbeit in Freiburg berührt ja einen sehr sensiblen Bereich und mich/uns interessiert besonders seine Arbeit als Psychotherapeut im Kontext von Migration und vor allem die Frage, mit welchen psychischen Belastungen Menschen mit Migrationsgeschichte konfrontiert sind und wie das deutsche System darauf reagiert. Ich würde gerne mit ihm über Herausforderungen, strukturelle Probleme, traumatische Erfahrungen und mögliche Lösungsansätze sprechen. Ich bin ab heute neugierig und gespannt darauf, wie er sich vorstellen würde. los geht's....

Es wird mit ihm nächste Woche in der nächsten Podcast-Folge von Ghorba über:

 

Block 1: Alltag in deiner Praxis:

  • Welche psychischen Belastungen begegnen dir bei Patient:innen mit Migrationshintergrund am häufigsten?
  • Gibt es Unterschiede zu Patient:innen ohne Migrationserfahrung?
  • Hast du manchmal das Gefühl, dass das System selbst zusätzlichen Druck erzeugt bzw. hast du den Eindruck, dass Bürokratie selbst zu einer zusätzlichen Belastung wird?

Block 2: Migration, Trauma und Integration:

  • Welche Rolle spielt Migrationserfahrung als psychischer Stressfaktor?
  • Wo sehen Sie den Unterschied zwischen Trauma und Belastungen nach der Ankunft (Post-Migration Stress)?
  • Welche Auswirkungen haben Sprachbarrieren auf den therapeutischen Prozess?
  • Ist „Integration“, so wie sie politisch diskutiert wird, aus psychologischer Sicht realistisch? oder aus deiner Sicht realistisch?

Block 3: Sozialarbeiter:innen & Flüchtlingsunterkünfte:

  • Wie erlebst du die Arbeit von Sozialarbeiter:innen in Unterkünften? bzw. Wie beurteilst du die Ausbildung und Vorbereitung von Sozialarbeiter:innen in Flüchtlingsunterkünften?
  • Wie nimmst du die Arbeit von Sozialarbeiter:innen wahr, insbesondere in Flüchtlingsunterkünften, wenn sie unter institutionellem Druck stehen und gleichzeitig noch wenig Erfahrung haben?
  • Inwiefern können Sozialarbeiter:innen solidarisch handeln, ohne berufliche Risiken einzugehen? Gibt es Spannungen zwischen menschlichem Anspruch und institutionellen Vorgaben? Hast du Fälle erlebt, in denen Entscheidungen eher systemtreu als menschlich waren?
  • Es wäre mir wichtig, über die Arbeit Sozialarbeiter:innen zu erfahren, welches Ziel du mit deinem Buch verfolgen möchtest? bzw. wieso ein Buch über Solidaritätsarbeit der Sozialarbeiter:innen schreiben?

Vertiefungsfrage:

  • Denkst du, dass gezielte Schulungen helfen könnten, eine stärker empathische und reflektierte Praxis zu fördern?

Block 4: Kulturelle Unterschiede:

  • Welche kulturellen Unterschiede beobachtest die im Umgang mit psychischen Erkrankungen zwischen Migrant:innen und deutschen Patient:innen?
  • Gibt es Unterschiede im Umgang mit Gefühlen oder psychischen Problemen?
  • Welche Rolle spielen kulturelle Werte, Familie, Religion oder soziale Normen im therapeutischen Prozess?
  • Muss Psychotherapie kulturell angepasst werden?

- es wird offen über intime Beziehungen und die Entwicklung von Sexualität zwischen Migrant:innen und Deutschen geredet, damit es nicht zu einem fremden, überraschenden oder überfordernden Moment kommt, in dem z.B. eine deutsche Frau sagt: „Ich bin jetzt überfordert“ wenn es entweder über „ich bin jetzt in der Vanessa“ oder über körperliche Unterschiede darum geht, z.B. über die Beschneidung bei Männern aus arabischen, kurdischen, türkischen oder afrikanischen Kulturen. Gemeint ist, dass Jungen in diesen Kulturen oft nach der Geburt oder im frühen Alter beschnitten werden, aus gesellschaftlichen, kulturellen oder manchmal religiösen Gründen.

 

Block 5: Rassismus & psychische Gesundheit:

  • Welche Erfahrungen mit Rassismus bringen Patient:innen in die Therapie mit?
  • Welche psychischen Folgen haben solche Erfahrungen langfristig?
  • Kann man Rassismus als Risikofaktor für psychische Erkrankungen betrachten?
  • Wie gehen Sie therapeutisch mit solchen Erfahrungen um?

- Hättest du Patient:innen manchmal das Gefühl, dass das Problem nicht in ihnen selbst liegt, sondern im gesellschaftlichen Umfeld?
 

Block 7: Rassismus am Arbeitsplatz & Verhalten von Vorgesetzten Einstieg:

- Wenn wir über Belastungen sprechen, spielt der Arbeitsplatz ja eine zentrale Rolle – besonders für Menschen mit Migrationsgeschichte…

Fragen:

  • Welche Erfahrungen mit Rassismus am Arbeitsplatz bringen deine Patient:innen mit?
  • Wie werden diese Erfahrungen von den Betroffenen selbst beschrieben?
  • Welche Rolle spielen dabei Vorgesetzte oder Chef:innen?
  • Gibt es Fälle, in denen Patient:innen das Gefühl haben, ungerecht oder diskriminierend behandelt zu werden – zum Beispiel durch ihre Chef:innen?
  • Wie äußert sich dieses Verhalten konkret im Arbeitsalltag?

Psychische Auswirkungen:

  • Welche Folgen haben solche Erfahrungen für die psychische Gesundheit?
  • Beobachtest du dabei typische Reaktionen – zum Beispiel Angst, Rückzug oder Selbstzweifel?

Umgang & Therapie:

  • Wie arbeitest du therapeutisch mit solchen Erfahrungen?
  • Was hilft den Betroffenen, diese Situationen zu verarbeiten?
  • Wie kann man verhindern, dass Menschen die Schuld bei sich selbst suchen?

Handlung & Grenzen:

  • Was rätst du Menschen, die sich am Arbeitsplatz – besonders durch ihre Vorgesetzten – ungerecht behandelt fühlen?
  • Wie können sie sich schützen, ohne ihre berufliche Situation zu gefährden?
  • Wann wird es wichtig, sich Unterstützung von außen zu holen?
  • Würdest du sagen, dass solche Erfahrungen eher Einzelfälle sind – oder Ausdruck struktureller Probleme im Arbeitsmarkt?

besprochen.