Gauck(en) beim Staatsakt

Gauck(en) beim Staatsakt

(kmm) Nun geht er also doch, der Herr Gauck. Als Bürger, der designiert ist, aber nur.
Wohin ? Zur zentralen Gedenkfeier für die Mord-Opfer der Zwickauer Nazimörder am heutigen Donnerstag.
Klar doch: Nur, weil er designiert ist, auf den 18.März – sonst natürlich nicht, auch nicht gewaschen.
Im November tönte er noch ja ganz anders:
"Von dem Vorschlag, für die Opfer der gerade bekannt gewordenen Mordserie von Neonazis einen Staatsakt zu veranstalten, halte ich nichts", bekundete er gegenüber der welt am 17.November 2011. Natürlich nicht ohne den Topos braun eingefärbter 50 er Jahre Staatsdoktrin „wehrhafte Demokratie“ als Begriff einzuführen, für die sich die Bürger allerdings nur gegen „zusammenrottende Nazis „ selbstverständlich nur in „breiten Bündnissen“ für diesen Staat , der ja gerade in diesem Fall erneut bewiesen hatte, daß seine „Wehrhaftigkeit“ gegen Links und alles „Fremde“ marschiert, Nazis aber ihr Mordgeschäft erleichtert, wenn nicht gar fördert.
Deshalb wollte Gauck als nicht designierter auch nicht zu diesem Staatsakt - hatte andere "Termine" -als für Mordopfer von Nazis.

Deniz Yücel hat in der TAZ Gauck einen „reaktionären Stinkstiefel„ gescholten.

Das von ihm beigebrachte Material zu dessen systematischen Shoa Relativierung – in der eigenen Familie wie - in der politischen Doktrin, die mit der Formel, das die Behauptung der „Einzigartigkeit“ des wahnhaften wie industriellen Massenmordes des deutschen Herrentäterkollektivs, die Shoa in „aber einer unheiligen Sakralität auf eine quasireligiöse Ebene entschwinden“ (Gauck) lasse,arbeitet, rechtfertigt das allemal.

Das Ettikett "reaktionärer Stinkstiefel" macht es sich in gewissser Weise aber auch zu einfach!
Es geht an dem vorbei, was die vom gesamten Ex-Bonner Parteienblock (CDU,SPD,FDP,Grüne) so geschätzte Formel des ins Reaktionäre gewendeten politischen Konservatismus, die liebe Formel von der „Freiheit in Verantwortung“ im Fall Gauck bedeutet.
Leicht ist zum einen sowohl zu erkennen, daß der Freiheitsbegriff den Gauck meint, nur die Freiheitsgrade kennt, die die Dissidenten und teilweise Bürgerrechtler im Kampf mit den poststalinistischen Diktaturen erwünschten – die reichhaltige Geschichte der Kämpfe um soziale und politische Partizipations - und Beteiligungsrechte im Norden wie Süden bleibt im Kern diesem Freiheitsbegriff fremd.
Deshalb seine Ausfälle gegen occupy. (Wie wesensfremd ihm aber selbst auch die Grundrechte und die Gewaltenteilung blieben, belegt seine Amtszeit als Amtschef der Stasiunterlagenbehörde und einr Vielzahl von Gerichtsurteilen nachdrücklich!)
Leicht ist auch zu erkennen, daß für Gauck Verantwortung immer das protestantische Credo der freiwilligen Unterordnung unter das dem „Staate und seinen Aufgaben geben“-Prinzip ist:
Ja zu Afghanistankrieg ,
Ja zur Armutspolitik nach Hartz 4,
Ja zum Bailout der Banken um den Preis der Verelendung ganzer Bevölkerungen,
Ja zur Vorratsdatenspeicherung und und und...

Das Gauck spezifische ist aber die Zisilierung dieser reaktionären Denke in ein Amalgam vermeintlich freiheitlicher Staatsunterwerfung .
Deren Verkörperung wünscht sich die SPD- Nahlis nicht nur in der Form des „Levitenlesen“ herbei.
Denn: Dieses Stoßgebet der politischen Kaste ergeht eben just in einem Zeitpunkt, da sich das teutsche Europa anschickt, die europäische Erfolgsgeschichte in eine neue Runde umfassender, nicht nur Verarmung, sondern buchstäblicher Verelendung umzuwandeln.
Gauck mag am Donnerstag den 23.2.2012 – gewaschen - mit geballter Faust am ungeliebten Staatsakt für die Nazimordopfer teilnehmen.
Aber was ist das schon im Verhältnis zurDauer- Predigt des Teutschen Europas aus Blut, Eisen und Tränen dargestellt als Freiheitsepos, welches uns ab dem 18. März erwarten dürfte!
Das mag bei einzelnen Wählerschichten eher die Sehnsucht für die Brino-Tuch gekleideten Handelsvertretern von Gazprom und Nabuco aus der Toskanageneration befördern - bei anderen die Wehmut für die Blender vom Schlage der zu Guttenbergs und Wullf.
Oder wir fangen halt wieder an, unsere eigene Geschichte in die Hand zu nehmen – gegen die ganze Scheisse. Egal wie parfümiert sie daher kommt -oder als was öffentlich zu denken ist, .

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