Der Pop liebt seine Heiligen und seine Hexen – am liebsten gleichzeitig. Hier die introspektive Songwriterin mit der Gitarre, dort die laute, unberechenbare Witwe, der ihr Mythos für immer an den Fersen klebt. In den Neunzigern hießen die beiden PJ Harvey und Courtney Love. Mit den Autorinnen Kersty und Sandra Grether drehen wir diese Erzählung einmal gegen den Strich: Was, wenn nicht die angeblich zerstörte Witwe, sondern die gefeierte, brave Songwriterin das größere Problem mit dem Feminismus hatte? Wessen Körper war damals verhandelbar – und wessen Wut hätte man eigentlich ernst nehmen müssen?
Von dort geht's weiter durch zwei Jahrzehnte: die Nullerjahre als letztes großes Aufbäumen der alten Boulevardmacht, mit den Hetzjagden auf Amy Winehouse und Britney Spears und mit Lady Gaga, die vom durchgestylten Celebrity-Kunstwerk zur Frau am Klavier wurde. Und die Zehnerjahre, in denen ausnahmsweise nicht die Musik der Gesellschaft vorauseilte, sondern umgekehrt – SlutWalk, Pussy Riot, Pink Stinks, und eine vergessene Ost-Berliner Punk-Ikone, die plötzlich als heimliche Großmutter einer russischen Protestbewegung wiederentdeckt wurde.
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Playlist:
1) PJ Harvey - Shame
2) Hole - He hit me
3) PJ Harvey - All and everyone
4) Gossip - 8th Wonder
5) Amy Winehouse - Fuck me Pumps
6) Lady Gaga - Bad Romance
7) Pussy Riot - Putin will teach you how to love
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Von Grace Slick bis Bikini Kill, von Tina Turner bis Billie Eilish, von Patti Smith bis Taylor Swift – in mehr als vierzig originellen Porträts erzählen Kersty und Sandra Grether so einfühlsam wie mitreißend und humorvoll von starken Sängerinnen und Rockgöttinnen, die das Genre sprengten und Grenzen überschritten. Was verbindet die großen Musikerinnen über die Jahrzehnte hinweg, wogegen kämpften sie an?

