Basel: Schutzsuchende in Kirche verhaftet

Basel: Schutzsuchende in Kirche verhaftet

An diesem Donnerstag wurde der Aufenthalt von insgesamt 8 Flüchtlingen in der Basler Matthäuskirche von der Polizei gewaltsam beendet. Die Flüchtlinge der Gruppe Wir bleiben wurden festgenommen. Ihnen droht nun die Abschiebung nach Italien im Rahmen der Dublinregelung. Die Gruppe hatte seit einem Monat in der evangelisch-reformierten Kirche (ERK) Schutz gesucht und gehofft, so die 6-monatige Frist zu überstehen, in der eine Abschiebung im Rahmen der Dublinverordnung möglich ist. In einer Pressemitteilung erklärte Wir bleiben:

"Wir sind zutiefst enttäuscht und wütend darüber, dass sich die Behörden dazu entschieden haben,
ohne Gespräch den Schutz der Kirche zu missachten. Um halb neun drangen mindestens 16 teils
bewaffnete Polizisten in die Kirche ein und verhafteten alle Schutzsuchenden".

Am Tag zuvor hatten die Flüchtlinge erklärt:

"Wir sind nicht in der Kirche, weil wir in der Kirche sein wollen. Wir sind da, weil sie uns den notwendigen Schutz vor gewaltsamen Ausschaffungen bietet. Wir möchten der Anfang einer Bewegung sein, die Basel zu einer Stadt macht, in welcher alle Bewohner_innen dieselben Rechte und Freiheiten haben".

Der Kirchenrat der evangelischen Kirche sah aber offenbar keine Veranlassung für ein Kirchenasyl zu kämpfen, um so auch die Migrationspolitik und ihre Durchsetzung in Frage zu stellen  und hatte die räumung in einem Gespräch schon durchblicken lassen.

Für diesen Donnerstag wurde zu einer Demonstration um 17.30 Uhr mobilisiert.

(FK)