Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge in Heidelberg: Diakonie und Caritas entlassen Dolmetscher, die bessere Arbeitsbedingungen fordern und Kirche kritisieren

Diakonie und Caritas entlassen Dolmetscher, die bessere Arbeitsbedingungen fordern und Kirche kritisieren

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Die Landeserstaufnahmestelle in Heidelberg
Quelle: 
Ausschnitt aus Flyer für Demo in Heidelberg 2017

In der Landeserstaufnahmeeinrichtung Patrick-Henry-Village (PHV) in Heidelberg bieten Diakonie und Caritas im Auftrag des Landes Baden-Württemberg eine „unabhängige Sozial- und Verfahrensberatung“ für Geflüchtete an. Aufgrund der vielen verschiedenen Herkunftsregionen der Flüchtlinge braucht es für die Beratung natürlich immer wieder Dolmetscher*innen. Einige der Dolmetscher beklagen nun die Arbeitsbedingungen (z.B. Arbeiten auf Abruf ohne Vertragssicherheit) und die Höhe des Lohns für ihre Arbeit. Sie hatten sich zusammengeschlossen um bessere Arbeitsbedingungen zu fordern. Konsequenz: Die Dolmetscher, die die Forderungen unterschrieben haben, wurden entlassen.

Auf Radio Dreyeckland Anfrage erklärte der Geschäftsführer der Diakonie in Heidelberg Martin Hess, dass man nicht voraussehen könne, welche Sprachen bei der jeweils aktuellen Belegung notwendig seien, deshalb sei „Arbeiten auf Abruf bei dieser Tätigkeit das Normale“.

Als freies Radio haben wir natürlich die Aufgabe denen eine Stimme zu geben, die sonst eher nicht gehört würden, deshalb haben wir ausführlich mit Hassan Maarfi Poor, dem Sprecher der gekündigten Dolmetscher gesprochen.