Lebenslange Haft für Tod von Flüchtlingen

Lebenslange Haft für Tod von Flüchtlingen

In Ungarn wurden in zweiter Instanz vier Männer zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Sie wurden für schuldig befunden, im August 2015 für den Tod von 71 Geflüchteten verantwortlich zu sein. Die Menschen waren im Laderaum eines LKWs erstickt, der von Ungarn aus in Österreich unterwegs war. Auf der österreichischen Autobahn hatten die Fahrer den Laster abgestellt, die Polizei fand die Toten erst einen Tag später. Gestorben waren die Menschen aber bereits in Ungarn.

Das Gericht erhöhte in zweiter Instanz die Urteile. Die vier Männer, ein afghanischer Staatsbürger und vier Bulgaren, müssen nun lebenslang ins Gefängnis. Nur der Fahrer des Begleitfahrzeugs hat die Aussicht auf eine vorzeitige Entlassung nach 30 Jahren.

In einem früheren Prozess waren bereits weitere Mitglieder der Organisation verurteilt worden. Sie hatten mindestens 25 weitere Fahrten nach Österreich und Deutschland durchgeführt. Auch im Berufungsprozess wurde allerdings nicht geklärt, welche Verantwortung die ungarische Polizei am Tod der Geflüchteten trägt. Sie hätte bereits früher eingreifen können, weil sie die Handys der Bandenführer überwachte.