Landesverband Deutsche Sinti und Roma Baden-Württemberg prüft Vorwurf gegen Lehrerin: "Meine Tochter hat Angst in die Schule zu gehen"

"Meine Tochter hat Angst in die Schule zu gehen"

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Ausschnitt aus einem Foto der zehnjährigen Aurora mit Mutter: Das Foto zeigt die Gipsschiene, die das Kind hochhält. Sie ist blau mit weißen Klebestreifen. Sie trägt ein rosa T-Shirt. Die Mutter sitzt daneben im beigen Pulii und legtden Arm um die Tochter
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Mit freundlicher Genehmigung Helene Adler Foto: Max Kreuzer

Der Verband Deutsche Sinti und Roma Landesverband Baden-Württemberg prüft den Vorwurf gegen eine Lehrerin an der Theodor-Heuss Schule in Baden-Baden. Sie soll einer 10jährigen Schülerin den Finger gebrochen haben. Die Eltern haben Anzeige bei der Polizei gestellt.

Der Verband beschreibt den Vorfall wie folgt: "Aurora-Mia saß an ihrem Platz und legte den Kopf auf ihre aufgestützte Hand. Eine Pose, die sie oft beim Nachdenken einnimmt. Als die Lehrerin das sah, schlug sie Aurora-Mias Arm auf den Tisch. Das Kind blieb vor Angst sitzen. Erst als die Schule zu Ende war und ihre Mutter sie abholte, erzählte sie, was passiert war. Die Mutter stellte daraufhin die Lehrerin noch auf dem Schulgelände zur Rede. Diese gab zu, dass sie die Hand ihrer Tochter auf den Tisch geschlagen habe, jedoch nur leicht. Der Arzt stellte am selben Tag fest, dass Aurora-Mias Fingerknochen gesplittert war."

Weiter heißt es in der Pressemitteilung  vom 20. Februar 2026: "Die Bildungsstudie RomnoKher von 2021 zur Lage der Sinti und Roma in Deutschland zeigt auf, dass über 60% von Sinti und Roma in der Schulzeit Diskriminierung aufgrund ihrer Zugehörigkeit zur deutschen Minderheit erfahren. Etwa 50% gaben an, in der Schule physische Gewalt erlebt zu haben. Und 25% der Befragten gab an von Lehrkräften diskriminiert worden zu sein. Antiziganismus, Rassismus und Ausgrenzung gegenüber Sinti und Roma, ist ein weit verbreitetes und tief verwurzeltes Phänomen. 2016 wurde die Minderheit in den Lehrplänen Baden-Württembergs verankert um aufzuklären und Vorurteile abzubauen. Dem kommen aber bisher die wenigsten Lehrkräfte nach."

Wir sprachen mit Helene Adler, die Mutter des betroffenen Mädchens. Später im Beitrag kommt auch der Vater Max Kreuzer noch zu Wort.

(dm)