Sichtbar in Freiburg: Trans* Day of Visibility Special: Eyal - Walli, Alexandra, Léon - Kris - Jonas - Flo

Trans* Day of Visibility Special: Eyal - Walli, Alexandra, Léon - Kris - Jonas - Flo

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Lizenz: 
Keine (all rights reserved)
Quelle: 
Sévérine Kpoti

www.sichtbar-in-freiburg.de

Eyal ist in Haifa, Israel, in einer zwar sehr liberalen Familie aufgewachsen, hat sich dennoch an den erwarteten cis-männlichen Normen orientiert, da der Zugang zu queeren Themen und Menschen damals gefehlt hat:

„Ich hatte auch keine andere Wahl, um gerade auch in den Teen-Zeiten sozial überleben zu wollen, muss man sich einige Normen aufzwingen.“

Dass Eyal sich erst mit etwa 25 Jahren auf eine bewusste Entdeckungsreise hinsichtlich eigener Identität begeben hat, beschreibt Eyal als verlorene Zeit, die Eyal seit Anfang des letzten Jahres in einem Prozess der Selbstreflexion aufholt.

Im Interview berichtet Eyal, inwiefern Corona dafür eine Chance bot, inwiefern die Sichtbarkeit der Protagonist*innen der Kampagne ‚Sichtbar in Freiburg‘ dabei geholfen hat, sich selbst zu finden und erzählt von der eigenen künstlerischen Form der Sichtbarkeit als queer DJ ‚Mx. Plastik‘.

 

Walli ist mit Alexandra und Léon zusammen. Alexandra und Léon sind Metapartner*innen.

Im Interview sprechen die drei über die Bedeutung von Kommunikation in einer polyamourösen Beziehung, erörtern weshalb Eifersucht ihrer Meinung nach anerlernt ist und erzählen, warum die Großeltern von Walli empört reagieren, wenn Walli ohne Partner*innen bei ihnen auftaucht.

 

Kris definiert sich als nonbinär – fühlt sich weder männlich noch weiblich. Das zu erkennen hat für ihn_sie zunächst bedeutet, sich von den Erwartungen, die an ihn_sie als Mädchen herangetragen wurden, zu lösen. „Rollen machen uns das Leben schwer,“ so Kris. Sie_er erzählt im Interview vom Scheitern an den Erwartungen, die ihr_ihm von außen suggeriert haben, wie ein Mädchen zu sein hat, um ein ‚richtiges’ Mädchen zu sein.

 

Jonas ist 21 Jahre alt und beschreibt sich der Einfachheit halber als queer – denn queer fasst sowohl die Geschlechtsidentität, im Rahmen derer sich Jonas auf dem nonbinären-trans-maskulinen Spektrum verortet, als auch die sexuelle Orientierung als bi+sexuell, gut zusammen.

“Ich bin von bi+ zu lesbisch zu bi+ gewechselt, dann dachte ich, ich sei schwul, seit zwei Jahren bezeichne ich mich als bi+sexuell.”

Das Coming Out von Jonas als trans* wurde im Freund*innenkreis und im Umfeld Schule schnell akzeptiert, die eigene Familie hat sich dagegen sehr schwer damit getan – Jonas hat dort nicht die bedingungslose Unterstützung erfahren, die dey sich erhofft hat.

Im Interview erzählt Jonas von deren diversen Coming Outs und der damit einhergehenden Entscheidung, die Familie vor dem 18. Lebensjahr für das eigene Wohl zu verlassen, um sich voll und ganz auf dieTransition konzentrieren zu können.

„Ich muss es nicht bei meiner Familie aushalten, bis akzeptiert wird, wie ich bin. Wenn es mir scheiße geht, dann geht’s mir scheiße und dann muss ich den Mut haben, mich selbst zu schützen und muss da raus.

 

Dass sich der Körper von Flo in Bezug auf die hormonelle und geschlechtliche Entwicklung von dem anderer Menschen unterscheidet, ist der Grund einer langen medizinischen Odyssee, die Flo seit dem 12. Lebensjahr über sich ergehen lassen muss. Pathologisierung, die Suche nach Diagnosen und übergriffige Erfahrungen im medizinischen Kontext bestimmen seitdem das Leben von Flo.

Flo erzählt im Interview von Kindheit und Jugend, in der Geschlecht immer wieder relevant wurde, berichtet von alltäglichen Situationen, in denen Flo aufgrund der ausgebliebenen körperlichen Pubertät die Mündigkeit abgesprochen wird, warum es falsch ist, Intergeschlechtlichkeit als Diagnose zu verstehen und von der eigenen Identität als nicht-binär:

„Ich verstehe mich geschlechtlich als nicht-binär, so nehme ich mein Geschlecht wahr, so möchte ich mein Geschlecht äußern, so verstehe ich mich. Die Selbstidentifikation als inter* steht für die Erfahrung, die ich gemacht habe. Für das Leiden was damit einhergeht und die Verbundenheit mit anderen inter* Menschen, die vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht haben.“