Knapp 10 € pro Quadratmeter Basismiete : Beinah 20 % Erhöhungen der Freiburger Mietspiegel-Durchschnittsmiete 2021

Beinah 20 % Erhöhungen der Freiburger Mietspiegel-Durchschnittsmiete 2021

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9,79 €/qm ist die für Mieterinnen in Freiburg die 2021 relevante neue Horrorzahl.  Binnen vier Jahren eine wundersame Mehrung um nicht weniger als 18,7 %.
Das Komplettscheitern des Handlungsprogramm Wohnen unter Dieter Salomon ist damit belegt. Aber auch das Mieterhöhungsmoratorium des neuen OB Horn bei der FSB hat nahezu kaum Wirkung erzeugt. Erneut liegen dem Mietspiegelentwurf hauptsächlich aus Vermieterbefragungen generierte Wohnungen zu Grunde: über 2000. Die über 1600 Mieterhaushalte wurden von der Stadt vorgefiltert. Ob nach Lagekriterien der Stadt war nicht genau ermittelbar. Hinzu kam erstmals,  daß die Mieterbefragungen ausschließlich telefonisch erfolgten. Verständnis Fehler der Befragten sind also inklusive.

Auf diesen Basismietanstieg kommen mehr Aufschläge / Abschläge nach Alter, Lage und Ausstattung die durch eine statistische Regressionsanalyse zu 500 Kriterien mit einem Vertrauensintervall von 5 % ermittelt wurden. 24 Kriterien wurden jetzt Auf- weniger Abschlagsrelevant.
Den Beobachter dünkt befremdlich, daß erstmals die Stadt in zwei Großzonen gesplittet wird: Tuniberg-Stadtteile mit Hochdorf und  die Kernstadt. Während in der Kernstadt - =Freiburg o. Eingemeindungen vor 1973- die vermeintliche Standardlage (0%) Aufschlag generiert, ist die mittlere Lageklasse mit 4 %, die gute mit 8% und die gehobene gar mit 15 % ermittelt worden.
Erstaunlich ist dies zwar nicht, da die Daten der Gutachterausschuss lieferte. Es werden also die getätigten Immobilienverkäufe hier zu Grunde gelegt wurden! Aber wenn gleichzeitig die 0 % Auf-Abschlags Punkte der anderen Großzone (Tuniberg/Hochdorf) nicht nicht in die Regressionsrechnung einbezogen werden, verzerrt das das Bild zu Lasten der Mieterinnen der Stadt in den Grenzen von 1972.
In der Lage kommt zudem als ergänzendes Aufschlagskriterium noch der Grün/Sportplatzabstand hinzu: bis 300, 300- 1000 und darüber.
Bei der Aussstattung sollen sowohl elektrisch bewegte Rolläden wie Parkett mit je 4 % Aufschlag zu gebucht werden dürfen, Fußbodenheizungen mit gar 6%. Dies insbesondere in ab 2016 gebauten Wohnungen eingebaute letzte Feature wird  die Alterklassenaufschläge von 10 bzw. 13 % für die Preise privater Wohnbauunternehmen der ab 2016 fertiggestellten Wohnungen verstärkt preistreibend lukrativ machen.
Zur RDL-Frage, ob die Entscheidung der städtischen FSB den zur Abwendung der 5o% Quote Sozialwohnungsbau in Ebnet-Hornbühl, die von den Investoren abgetretenen Grundstückflächen nicht mit sozialgeförderten Mietwohnungen zu bebauen, verwies der Finanzbürgermeister Herr Breiter (CDU) auf die Aufsichtratsitzung vom gleichen Tag. Da der Punkt  auf der Tagesordnung steht, wollte er sich  vorher nicht äußern.
Der Gemeinderat soll den neuen Mietspiegel zum 1.1.2021 in Kraft setzen. Die eine oder die andere die nicht in einer sozialgeförderten Wohnung wohnt (gehen nicht in den Mietspiegel ein) sollte das bei der Stadt angebotene Tool Mietpreisrechner benutzen, wenn sie meinen zu viel zu zahlen. Dort sind noch die alten Vergleichsmieten gespeichert. Liegt die eigene Kaltmiete über den dortigen Kriterien - um mehr als 10 % - kann Mietsenkung verlangt werden.
(kmm)