Baskenland: Empörung nach Festnahme zivilgesellschaftlicher AkteurInnen

Empörung nach Festnahme zivilgesellschaftlicher AkteurInnen

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ETA-Symbol auf einer Wand in Altsasu/Alsasua (Navarra, Spanien), 2008
Quelle: 
Theklan/Wikimedia Commons

Umstrittene Festnahmen und Falschmeldungen. So kann man die französisch-spanische Polizeirazzia von Freitag Abend ganz kurz zusammenfassen, die im Baskenland stattfand.

Vier Akteure der baskischen Zivilgesellschaft wurden in einem baskischen Dorf festgenommen, darunter eine Journalistin, ein Umweltaktivist und zwei Menschen aus der landwirtschaftlichen Szene. Der Anwalt und ehemalige Vorsitzende der Liga für Menschenrechte konnte der Festnahme entkommen, weil er nicht wie geplant an der Aktion mit den anderen zivilgesellschaftlichen Akteuren kommen konnte. Laut dem französischen Innenministerium wurden viele Waffen und Sprengstoff bei der Razzia sichergestellt. Laut einer Pressemitteilung der Liga für Menschenrechte und weiterer zivilgesellschaftlicher Organisationen wollten die Festgenommenen dokumentieren, wie Waffen der ETA "neutralisiert" (also unbrauchbar) gemacht werden und an den Behörden abgegeben werden.

Gleich am Samstag demonstrierten 4.000 Menschen im baskisch-französischen Bayonne gegen diese Festnahmen. Die Festgenommenen wurden am Dienstag wieder freigelassen.

Über diese umstrittene Polizeirazzia sprach RDL-Redakteur Matthieu mit Ralf Streck, Radio Dreyecklands Korrespondent für das Baskenland. Das französische Innenministerium - und daraufhin Medien - berichtete, dass 5 ETA-Verdächtige (bzw. wörtlich "5 Menschen in Verbindung mit der terroristischen Organisation ETA") festgenommen wurden und es ein harter Schlag gegen die bewaffnete baskische Unabhängigkeitsorganisation sei. Diese Schilderung wurde in den Medien im Nachhinein korrigiert, als mehr Details bekannt wurden. Matthieu fragte Ralf Streck zunächst, was alles an dieser ersten Darstellung nicht stimmte.