RDL Geschichte

RDL Geschichte

Geschichte von Radio Dreyeckland

RDL ist das älteste freie Radio in Deutschland. Von 1977 bis 1980 nannte es sich 'Radio Verte Fessenheim'. Bis 1988 sendete RDL ohne Lizenz als 'Piratenradio'. Hier ist die Geschichte:

 

1977

Elsässische KKW-Gegner besetzen in Heiteren/Elsaß den Standort für einen Strommast der Überlandleitung Fessenheim-Paris. Ein Freundschaftshaus wird gebaut. Nach vorheriger öffentlicher Ankündigung wird am 4. Juni um 19:45 Uhr die erste Sendung von RVF vom Platz um den besetzten Atomstrommast bei Heiteren ausgestrahlt. Trotz geringer Reichweite des Senders erregt die zwölfminütige Sendung viel Aufsehen. RVF sendet von nun an Samstags ab 19:45 Uhr auf UKW 101 MHz. Die Beiträge werden auf französisch, deutsch und alemannisch gesprochen. Im Dezember findet die allgemeine konstituierende Versammlung von Radio Verte Fessenheim (RVF) in Ribeauville statt.

 

1978

In Lörrach bildet sich eine Unterstützergruppe für RVF, die bald mit Sendungen der "Antenne Lörrach" beginnen wollen. Erste Live-Sendung von RVF. Zusammen mit 15 anderen freien Radios in ganz Frankreich wird aus dem Maseveau-Tal im Elsass gesendet. Hintergrund: Der Streik der dortigen TextilarbeiterInnen. Walter Moßmann schreibt in Bremen das "Liebeslied auf 101 Megahertz
 

1979

Das RVF wirbt mit einem Plakat und gibt seine Sendezeiten bekannt: Freitags und Samstags 19:45 Uhr und geht auch auf der badischen Seite auf Sendung. RVF spielt das Lied: RVF, Radio Verte. Antenne Freiburg von RVF berichtet regelmäßig über den Wyhl-Prozess in Mannheim, in dem die Baugenehmigung eines AKW verhandelt wird. In Lörrach findet ein Prozeß gegen zwei AKW-Gegner statt, denen vorgeworfen wird, einen RVF-Sender betrieben zu haben.Der SFB bringt eine einstündige Sendung mit dem Titel "Radio schönes Delirium, die Ätherpiraten von Fessenheim". Bei einem Großeinsatz der Freiburger Polizei in Zusammenarbeit mit Peilwagen der Post wird eine mobile Sendeanlage von Radio Vert Fessenheim beschlagnahmt.

 

1980

Störfall im AKW Fessenheim, RVF berichtet über den Unfall nach dem Konzept des Katastrophenmelders. Radio Freies Wendland sendet mit Hilfe von RVF im Landkreis Lüchow-Dannberg. Die regionalen Antennen von RVF führen eine Debatte über die Zukunft des Senders und diskutieren, sich in Radio Dreyeckland umzubenennen. Das SEK stürmt ein besetztes Haus am Dreisameck. RVF berichtet in Sondersendungen.

 

1981

In Freiburg spitzt sich der Häuserkampf zu. RVF durchbricht in Sondersendungen die Nachrichtensperre der bürgerlichen Medien und stellt Gegenöffentlichkeit zu den Diffamierungen der BesetzerInnen von Dreisameck und Schwarzwaldhof her. RDL kündigt in der alternativen Stadtzeitung (SZ) an, bei Baubeginn in Wyhl täglich zu senden und wirbt um Freundeskreismitgliedschaften. Im April nennt sich Radio Verte Fessenheim in Radio Dreyeckland um und sendet regelmässig jeden Donnerstagabend um 19:45 Uhr.
Das 3. bundesweite Treffen der Freien Radios findet im September in Freiburg statt. Es wird eine gemeinsame Erklärung zu den Grundsätzen freier Radioarbeit - Freiburger Thesen - veröffentlicht.

 

1982

AtomkraftgegnerInnen veranstalten eine Pfingstradtour zum Protest gegen Umweltzerstörung im Dreyeckland. RDL berichtet live und beginnt mit diesem "Aktionsradio" den Livebetrieb aus dem Studio in Colmar.
Im Oktober gibt es eine Versammlung zur Vereinsgründung (e.V.) des Freundeskreis RDL in der Fabrik (Habsburgerstraße). Im November  wird eine Broschüre zur Frage der Legalisierung des Senders veröffentlicht.

 

1983

In Erlangen findet ein Kongreß Freier Radios aus der BRD statt. Der Freundeskreis RDL ist offiziell ein eingetragener Verein. Radioseminar in Freiburg u.a. zu Interviewpraxis und Sendungen, Musik.

 

1984

Veranstaltung von RDL zur regionalen Radiopolitik: "Radio Dreyeckland sendet frei! Citywelle wird ein faules Ei!" Die Citywelle ist direkter Konkurrent von RDL.Auf Basis einer Ausnahmegenehmigung ermöglicht die Landeserierung dem Verelger der Badischen Zeitung, Hodeige, in Kooperation mit dem SWF ein eigenes Progarmm aufzubauen.
Auf regelmäßigen Redaktionssitzungen wird die medienpolitische Mobilisierung für RDL erarbeitet und Sendungen werden koordiniert. RDL-Freiburg beginnt im Oktober mit täglichem Sendebtrieb aus dem Studio in Colmar. Der Sendebetrieb ist von Colmar aus legal. Im November stellt RDL beim Landtag von Baden-Württemberg einen Antrag auf eine Sendelizenz.


1985

Zahlreiche Gruppen und Initiativen erklären, das Stadtradio zu boykottieren. Der Landtag berät über ein neues Landesmediengesetz zur Zulassung von privatem Rundfunk und Einrichtung der Medienbehörde 'Landesanstalt für kommunikation' (LfK). Beginn des Radio-Frühlings im April. RDL sendet öffentlich eine Woche lang im Grethergelände auf 101,7 MHz. Die Polizei sucht auf dem Grethergelände erfolglos nach dem Sender von RDL. In der Freiburger Innenstadt demonstrieren ca. 4000 Menschen für RDL und gegen den Polizeieinsatz vom Vortag. Die Grünen legen im Mai im Stuttgarter Landtag einen Gesetzentwurf zur Legalisierung von RDL vor. Das Gesetz wird abgelehnt.


1986

Im Januar führt erneut die Polizei auf dem Grether-Gelände eine erfolglose Aktion gegen RDL durch. Dabei werden vier Personen verhaftet. RDL veröffentlicht nach 2 1/2 Monaten Sendepause sein aktuelle Programm und verkündet, einen Lizenzantrag stellen zu wollen. In Tschernobyl kommt es im AKW zum Gau. Im RDL-Mitgliederrundbrief wird auf die Bedeutung von Gegenöffentlichkeit in diesem Fall hingewiesen. Im Oktober stellt RDL einen Lizenzantrag. RDL stellt das Buch "Zum Beispiel Radio Dreyeckland" fertig. Ausführlich werden Geschichte und Praxis des Freien Radios beschrieben.
 

1987

Mai: Gespräch zwischen RDL und LfK. Die LfK zieht ernsthaft in Betracht, an RDL eine Lizenz zu vergeben. Workshop zur Vorbereitung auf die RDL-Lizenz zu Geschichte, Möglichkeiten, Praxis eines Freien Radios. 1. Teil. Ein für Ende Mai angesetztes Einigungsgespräch aller Freiburger Sendelizenzbewerber wird kurzfristig von der LfK verschoben. Ab Oktober sendet RDL wieder regelmäßig aus dem Studio in Colmar. Die LfK lädt die Frequenzbewerber, darunter RDL und der Badische Verlag, zu einem Einigungsgespräch ein, um über Teilung der Lokalfrequenz zu verhandeln.

 

1988

Im Januar erteilt die LfK RDL offiziell die Zulassung für eine geteilte Frequenz.Der für den 7. März geplante Sendestart von RDL muss nach dem Einspruch des Badischen Verlages verschoben werden. Der Badische Verlag bewirbt sich konkurrierend um die Frequenz von RDL. Etwa 500 Personen demonstrieren für ein freies Radio (RDL) mit täglich 24 Stunden Sendezeit. Während RDL, Badischer Verlag und FR 1 noch um die Frequenzen ringen ist der Privatsender Schwarzwaldradio in Südbaden bereits auf Sendung.  Im Juli RDL feiert 4015 Tage Sendebetrieb. Am 23. Juli geht RDL zum ersten Mal legal auf Sendung. Die Lizenzbehörde genehmigt allerdings lediglich vier Stunden tägliche Sendezeit. Im November schließlich stellt die LfK die Lizenzurkunde aus für die Vollfrequenz von RDL auf 102,3 MHz, nachdem der Badische Verlag seine Sendeplänen zurückgezogen hatte.


1989

Aufgrund von Sexismusvorwürfen wegen eines Flyers zu einer Musiksendung wird in RDL das Sendestudio besetzt.  Die Frauenredaktion von RDL tritt in den Streik. Bestreikt werden alle Radiogremien. Die Redaktion sendet aber weiter.  Die FrauenLesbenredaktion erklärt sich autonom vom Gesamtradio.


1990

Die LfK will RDL hohe Postgebühren erlassen. RDL mobilisiert für eine bessere Stellung des nichtkommerziellen Rundfunks im neuen Landesmediengesetz. Projektbeginn von "Ein Stadtteil bringt sich zu Gehör". Damit beginnt der Aufbau der Redaktionsgruppe Nachrichten aus Weingarten.


1991

Die USA beginnen mit Luftangriffen auf den Irak. RDL berichtet zwei Tage lang fast ununterbochen über den Krieg der USA gegen den Irak und Anti-Kriegsaktivitäten. In den folgenden Wochen ist die Berichterstattung Schwerpunkt im RDL-Programm. In der Folge gibt es einen erbitterten Antisemitismusstreit im Radio, der auch in z.T. extra angesetzten Mitglieder- und HörerInnenversammlungen geführt wird. Im Dezember kann Radio FR1 sein Sendegebiet ausweiten, während die Anträge von RDL für weitere Frequenzen von der LfK abgelehnt werden.


1992

Das Projekt InterKonneXiones (IKX) beginnt. Es dient der Unterstützung neuer Formen der internationalistischen und feministischen Berichterstattung. Im Mittelpunkt steht die Vernetzung freier Radios in Europa und Lateinamerika. Der Querfunk Ratschlag 1992, ein Kongress der Freien Radios, findet in Freiburg statt. Der RDL-Journalist Stephan Waldberg wird am Grenzübergang Habur (Türkei) verhaftet.
 

1993

In Baden-Württemberg gründet sich die Assoziation Freier Gesellschaftsfunk (AFF) als Verband der Freien Radios in Baden-Württemberg. Im Januar wird Stephan Waldberg von einem Staatssicherheitsgericht zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Das Urteil wird im April in Ankara bestätigt (Vorwurf: Unterstützung der PKK)

 

1994

Eine Dokumentation zum Projekt 'Jugendradio im Dreyeckland' wird veröffentlicht.

 

1995

Zu ihrem gemeinsamen 18. Geburtstag senden RDL-Freiburg und RDL-Colmar live aus Colmar.

 

1996

Die LfK befragt freie Radios, ob sie nach dem Verbot einer PKK-Demonstration noch dazu  aufgerufen hätten. Sie verdächtigt dabei RDL zur verbotenen Newroz-Demonstration der PKK aufgerufen zu haben und verlangt die Vorab-Planung von Berichten über die Demonstration. bei ihr einzureichen Als RDL Rechtsmittel einlegt, verweigert die LfK die Zahlung der  Mittel aus der Rundfunkgebühr und schreibt in ihre Förderrichtlinien, dass Freie Radios, die gegen Rechtsvorschriften verstoßen, von der Förderung ausgeschlossen werden und blockiert damit die RDL zustehenden Mittel aus den Rundfunkgebühren. RDL wehrt dagegen vor den Verwaltungsgerichten erfolgreich: nach acht Monaten muss die LfK auszahlen.


1997

Migrantinnentreffen europäischer Freier Radios in Freiburg.

 

1998

Radio Dreyeckland wirbt für sein neues Programmschema. Der Niedergang der Info-Schiene schlägt sich in künftigen Schwerpunktsendungen von 18:00 bis 19:00 Uhr nieder. Bundestagswahl. Die Regierungsübernahme durch die Rot-grüne-Koalition bringt nicht die auch im Umfeld von manchen freien Radios erhofften Verbesserungen für alternative Kultur und Politik.

 

1999

Das Vernetzungsprojekt IKX wird dezentralisiert. IKX veröffentlicht eine Broschüre zum Abschluss des internationalen Vernetzungsprojekts Freier Radios. Erstmals veröffentlicht RDL ein ausführliches Programmheft. Der kurdische RDL-Redakteur Ömer Polat wird, entgegen der Zusicherung deutscher Behörden, auf dem Standesamt verhaftet und in die Türkei abgeschoben. RDL protestiert gegen dieses Vorgehen. Mit einer Lesung von Jutta Bergt beginnt die RDL-Veranstaltungsreihe "Dokumente zur Vergangenheitspolitik".


2000

Mit einem Einführungsworkshop beginnt das Projekt Mischkult - Interkulturelle Jugendredaktion von RDL. Sondersendewoche zur Mitgliederkampagne. RDL sendet live von verschiedenen Orten in der Innenstadt.

 

2001

Polyphonia, das Radioprojekt gegen Diskriminierung startet. Juli 2001: Sendebeiträge können über das Internet übertragen werden. RDL kann dadurch aktuelle O-Töne über den Weltwirtschaftsgipfel in Genua senden. Am ersten Tag wird Carlo Giuliani von einem Polizisten erschossen. An diesem und an den fogenden Tagen protestieren mehr als 100.000 Menschen gegen die Folgen der Globalisierung. RDL berichtet ausführlich über die Proteste. Das gemeinsame Audioportal der Freien Radios www.freie-radios.net ist im Netz.


2002

RDL feiert 25jähriges Bestehen. RDL startet eine Sendereihe zu Antisemitismus in der Linken und in RDL. Tausende blockieren eine NPD-Demo am Freiburger Hauptbahnhof. RDL beteiligt sich mit Liveberichterstattung. zip-fm, das Infomagazin der Freien Radios startet. Das Buch "Wenn wir weg sind, ist alles nur noch Geschichte" wird vorgestellt. Es enthält die Beiträge Überlebender aus der RDL-Reihe "Dokumente zur Vergangenheitspolitik".

 

2003

Antragsschluß für den Sende-Neuzulassungszeitraum 2004-2011. "Her mit den schönen Frequenzen!" Übertragungswagen-Tour der neun lokalen, nichtkommerziellen Radios Baden-Württembergs. Gemeinsam wird für den Erhalt von Frequenzen für Freie Radios geworben. Die LfK entscheidet über die nichtkommerziellen Lizenzen bis 2012. In Karlsruhe und Stuttgart müssen sich die Freien Radios die Frequenzen mit Hochschulradio bzw. Lernradio teilen. Im Oktober RDL erhält eine Sendelizenz bis zum 31.12.2011

 

2004

Die BZ meldet, dass die LfK dem Uni-Radio Freiburg eine Sendelizenz erteilt hat. Jahrelang hatte die LfK behauptet, eine weitere Frequenz in Freiburg sei allgemein unmöglich, wenn RDL eine Verbesserung seiner Empfangbarkeit gefordert hatte.


2005

RDL startet eine Werbekampagne für mehr Frequenzen und mehr Mitglieder. Durch starke Sender auf Nachbarfrequenzen ist RDL im Freiburger Stadtgebiet immer schlechter zu empfangen.

 

2006

Das Europamagazin Focus Europa geht Ende Januar für ein Jahr auf Sendung. Das Verwaltungsgericht Stuttgart entscheidet im Streit mit der LfK zugunsten von RDL. Radio Dreyeckland darf sein Programm uneingeschränkt auch in Schopfheim ausstrahlen. Geplanter Sendestart von Uni-Radio wird verschoben. RDL und Uniradio streiten um Frequenz

 

2007

Radio Dreyeckland wird 30 Jahre alt! Das Jubiläum wird mit einer großen Gala im Freiburger E-Werk begangen.
Sommer: Die LfK streicht RDL die Fördergelder, die es für seine Frequenz  104.5 Mhz über die Hohe Möhr erhalten sollte, die sich RDL zur Hälfte mit Radio Kanalratte (Schopfheim) teilt.  Begründung: Es finde zu wenig regionalbezogene Berichterstattung statt. Dabei betreibt RDL in Lörrach ein Studio, um für die dortige Region zu berichten.
In einer großen Spendenaktion versucht RDL die nötigen 25.000 Euro Spenden zum Überleben einzuwerben. Innerhalb von drei Monaten erfährt RDL eine großartige Solidarität. Eine noch nie dagewesene Spendenbereitschaft sichert schließlich das Überleben.

 

2008

Zum 1. Januar verliert RDL die Frequenz 104.5 Mhz am Hochrhein. Die Sendetätigkeit hatte sich RDL mit 'Radio Kanalratte' aus Schopfheim zur Hälfte geteilt. Als die Frequenz für 2008 von der LfK neu ausgeschrieben wurde, bemüht sich RDL im Gegensatz zu früheren Jahren vergeblich bei Radio Kanalratte um eine gemeinsame Bewerbung auf die Frequenz. RKR entscheidet sich stattdessen für eine Bewerbung auf eigene Faust  und bekommt diese schließlich Ende 2007 von der LfK in vollem Umfang zugesprochen. Damit sendet RDL seit 2008 nur noch vom Sender Vogtsburg auf der 102.3 Mhz, einer im Stadtgebiet immer noch nur eingeschränkt empfangbaren Frequenz.
Die Programmzeitung erscheint als Programmblatt monatlich neu ab Juni .

 

2009

Das Sendemischpult in zentralen Sendestudio wird erneuert.  Dank zahlreicher Spenden wird die Belastung des RDL Haushaltes minimal gehalten.
Nach der Nichtannahme seiner Verfassungebeschwerde gegen die diskriminatorische Praxis der Medienbehörde LfK sieht sich RDL gezwungen, gegen die Teilerstattung seiner Kosten alle Klagen gegen die  LfK zurück zu nehmen. Damit wird auch die Lizenzverweigerung am Standort Hochrhein rechtswirksam.
Die kommerziellen Radios in Baden-Württemberg erhalten pauschal eine Verlängerung ihrer Lizenz bis Ende 2015. Ursprünglich sollten 2012 die Frequenzen turnusgemäß für acht Jahre neu ausgeschrieben werden. Da in Baden-Württemberg aber 2016 der digitale Rundfunk eingeführt werden soll, gab die LfK dem Drängen der kommerziellen Radios nach, die Lizenz um 4 Jahre formlos zu verlängern. Erst auf Drängen von RDL und anderer freien Radios wurde diese Regelung auch auf die nicht-kommerziellen Radios erweitert.
Das Projekt Dynamo Effekt in Kooperation mit zahlreichen Rundfunksendern in BRD, AUT, Espania,Italia Ungarn und Irland startet im Spätherbst.

 

2010

Erneut kann ab März das Europa Magazin Focus Europa an den Start gehen. Im Sommer gibt es einen Relauch des Musikmagazins mit aktuellen BandInterviews.
Das jährliche Hoffest (mit der Band 'The Durgas') wird im Juli duch 'Klima: Aktiv' im Seepark von Dynamo Effekt organisiert, ergänzt bzw. erweitert.
Mit Mitteln aus der Rundfunkgebühr wird der Eingangsbereich erneuert und das Vorproduktionsstudio 1 lärmisoliert.
Ein Relaunch der Website erweitert die Möglichkeiten gelaufene Beiträge nachzuhören. Die von den aktuell arbeitenden Redaktionen gebotenen Möglichkeiten werden seither extensiv - im mittleren bis hohen dreistelligen Bereich je Beitrag - genutzt. 

Zwei Jugendprojekte starten: Riddim ones own history und RaDioverCity.

 

2011

Im April geht die neuformierte Redaktion des Jugendradios 'Freistunde FM' auf Sendung. Zum 1. Mai endet das 'Focus Europa'- Projekt. Dafür startet das Baden-Württenberg-Magazin 'Fokus Südwest' neu - ein Kooperationsprojekt mit Querfunk in Karlsruhe und Störfunk in Schwäbisch-Hall.
Im Koalitionsvertrag der im März gewählten grün-roten Regierung wird die notorische Unterfinanzierung der neun freien Radios im Ländle ausdrücklich anerkannt und Besserung in Aussicht gestellt.
Zwei Redakteure von RDL gewinnen im Mai den Medienpreis der Landesanstalt für Kommunikation mit "Schwarzfahren für ein Sozialticket"  und den Alternativen Medienpreis mit "24 Jahre Tschernobyl"

 

2012

Die von der Koalition eingebrachte Mediengesetznovelle erkennt ausdrücklich die öffentliche Funktion der nichtkommerziellen Veranstalter insbesondere beim Zugang und der kulturellen Funktion im Sendegebiet an. Der wegfallende 10 %  Deckel für NKL-Sender bei dem der LfK zustehenden Rundfunkgebührenmittel wird vom Verwaltungschef  der Medienbehörde so umgesetzt dass nicht die Grundsicherung bei Erfüllung der öffentlichen Funktionen der Veranstalter abgesichert wird, sodern bis zum alten 10-% Deckel mit digitalen Extra Projekten zu sichern ist. Im Oktober startet die Feature-Reihe 'Stadt für Alle'. Sie hört lokalen Gruppen und Akteuren der weltweiten 'Recht-auf-Stadt' Bewegung zu und stellt die Frage 'Wem gehört die Stadt?'

 

2013

Nach der antikapitalistischen M31 Demo im Jahr 2012 in Frankfurt fanden im Februar in Berlin, Frankfurt und Freiburg Hausdurchsuchungen bei freien Fotojournalisten statt. RDL verurteilt diese Hausdurchsuchungen nicht nur als Angriff auf die einzelnen betroffenen Journalisten, sondern auch auf Radio Dreyeckland selbst, das deren Fotos in der Vergangenheit in seinem Webauftritt redaktionell mehrfach genutzt hat. Die Aktion der Frankfurter Polizei war ein Angriff auf die Pressefreiheit ingesamt. Im Frühjahr fand das Seminar 'Mehrsprachigkeit im Radio' statt, an dem sich zahlreiche Redakteure der Redaktion in anderen Sprachen beteiligten. Seit Mai läuft die dritte Auflage des 'Focus Europa'- Projektes. An 5 Tagen die Woche gibt es aktualisierte Focus Europa Nachrichten und Beiträge im Morgenradio, im Mittagsmagazin Punkt 12 und im neuen Europa Magazin um 18 Uhr. Freitags wird im Focus Europa Spezial ein Thema in einer vollen halben Stunde ausführlich beleuchtet.

 

2014

RDL startet ins neue Jahr mit einer aufwändig neu gestalteten Homepage. Der Präsident der Landesmedienanstalt streicht Radio Dreyeckland alle Fördermittel für die journalistische Tätigkeit. Geld gibt es nur für die Bereitstellung einer Infrastruktur für Ehrenamtliche. Offensichtlich soll Radio Dreyeckland damit mundtot gemacht und auf das Niveau eines Hobbyradios gebracht werden. RDL startet die Veranstaltungs- und Sendereihe "Soziale Bewegungen im Dialog" mit Partnern aus verschiedenen Ländern. In Kooperation mit dem iz3w startet mit dem Süd-Nord-Funk eine monatliche Magazinsendung, die einen kritischen Blick auf sogenannte Entwicklungspolitik wirft und die globale Ungleichheit kritisch hinterfragt. Der Audioguide Weingarten, ein akustischer Stadtspaziergang durch den Stadtteil, der gemeinsam u.a. mit dem Forum Weingarten und der Erwachsenen-Begegnungsstätte Weingarten erstellt wurde, wird im Programm 'soziale Stadt' ausgezeichnet. Seit September sendet RDL Montag bis Freitag (außer Mittwochs) um 10 Uhr eine Stunde ein historisches Tagesinfo. Los gings mit einer Sendung aus dem September 1989.

 

2015

Mit dem Beginn des lange verzögerten NSU-Untersuchungsausschuss in Baden-Württemberg berichtet RDL regelmäßig von den Sitzungen des Landtagsausschusses aus Stuttgart. Radio Dreyeckland feiert 30 Jahre Radiofrühling, also das erste öffentliche Senden aus Freiburg. Zum Jubiläum gibt es Tage der offenen Tür, Radiofrühstück, Infostand und Filmvorführung. Am Anfang des diesjährigen Hoffestes wurde an Walter Moosmann erinnert, der in diesem Jahr leider verstarb. Walter Moosmann war politischer Aktivist, Liedermacher und Mitbegründer von Radio Dreyeckland. Im Herbst startet gemeinsam mit dem Theater Freiburg das Projekt 'Kritische Fragen zum NSU'. Es beinhaltet u.a. Lesungen der NSU-Protokolle im Stadttheater und öffentliche Plakataktionen.

 

2016

Unter dem Motto 'Rundfunk muss hörbar sein!' startet RDL eine Kampagne für eine bessere Empfangbarkeit. Auf UKW ist RDL insbesondere im Freiburger Stadtgebiet und dem Umland teilweise gar nicht oder nur schlecht empfangbar. Der Landesanstalt für Kommunikation LfK reicht offiziell eine Mindesversorgung von 24 Prozent. Zahlreiche Initiativen, Institutionen, Gruppen und Einzelpersonen fordern die LfK auf, eine Infrastruktur bereitzustellen, die einen störungsfreien Empfang im ganzen Sendegebiet ermöglicht. Radio Dreyeckland hat einen eigenen Sender gekauft um endlich wieder in Eigenregie zu senden. Seit Anfang Dezember steht der Sender in Vogtsburg bereit, kann aber vorerst nicht genutzt werden, da die Mediabroadcast sich mit juristischen Einwänden weigert, den RDL Sender an die Mediabroadcastantenne anzuschließen.

 

2017

RDL feiert ganzjährig sein 40-jähriges Bestehen. Zahlreiche Sendungen widmen sich dem Thema, Filme werden gezeigt, in den Radioräumen sind immer wieder 'Wohnzimmerkonzerte' zu hören. In einer Podiumsdiskussion in der Universität diskutieren verschiedene Gäste, u.a. der ex-RDLer Georg Restle, der mittlerweile Chefredakteur bei Monitor ist, über Gegenöffentlichkeit in Zeiten von 'Fake News' und 'Lügenpresse'. Im 'Great Räng Teng Teng' startet RDL mit anderen Kooperationspartner das neue öffentliche Talkformat 'Talk im Teng'. Im Juni 2017 geht die selbstverwaltete Geflüchteten-Redaktion "Our Voice" erstmals auf Sendung. Im November präsentiert sie Handreichungen zur Einbindung von Geflüchteten in Community-Medien auf dem BFR-Kongress. Im Dezember startet auch die neue Sendereihe 'respect words', die die Auswirkungen von Diskriminierung beleuchtet und fragt, wann „das wird man ja noch sagen dürfen“ gezielt zur Verbreitung von Hass benutzt wird. Das Jugendradio 'Freistunde FM' wird von der Stadt Freiburg am Tag des 'Ehrenamtlichen Engagements' geehrt.

 

2018

Endlich ist es soweit. Nachdem Freenet AG/Mediabroadcast es lange verzögert haben, sendet RDL seit Ende April endlich mit eigenem Sender vom Sender Vogtsburg. Im Kulturagrgat in der Hildastraße zeigt RDL die Ausstellung 'Banditi e Ribelli' über die italienische Resistenza. Zur begleitenden Veranstaltungsreihe kommen auch Gäste aus Italien. Neben dem italienischen Widerstand wird auch über Widerstand aus Südbaden und die Diskussion um ein neues NS-Dokuzentrum in Freiburg informiert und debattiert. Im Rahmen des 'respect words' Projektes  wird ein Leitfaden zur Berichterstattung über Migration und Minderheiten für Medienmachende erstellt. 'Medien für Unerhörtes', unter diesem Motto feiern die Freundinnen und Freunde von Radio Dreyeckland in diesem Jahr das traditionelle Hoffest gemeinsam mit der iz3w. Grund: Das iz3w bzw. die 'Aktion Dritte Welt' feiert in diesem Jahr ihr 50 jähriges Bestehen. Seit langem verbindet RDL und das iz3w eine enge Kooperation. Gemeinsam mit Radio MNE aus Mulhouse startet RDL im September ein deutsch-französisches Jugendprojekt. Jugendliche aus Mulhouse und Freiburg gestalten gemeinsam Sendungen aus dem europäischen Parlament.