"Mitgestalten" oder Vereinnahmung?: Recht-auf-Stadt-Bewegung zwischen Basisorganisation und Parteipolitik

Recht-auf-Stadt-Bewegung zwischen Basisorganisation und Parteipolitik

Als der Stadtsoziologe Andrej Holm auf Vorschlag der Berliner Linken-Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen zum Staatssekretär in ihrem Bereich ernannt wurde, wurde das bald vor allem unter dem Gesichtspunkt der Stasi-Vorwürfe gegen ihn diskutiert, aufgrund derer er dann auch von dem Amt zurücktreten musste.

In den Hintergrund trat dagegen die Frage, was es für die Recht-auf-Stadt-Bewegung bedeutet, wenn sich einer ihrer bekanntesten Köpfe derart in den Dienst der Parteipolitik nehmen lässt. Holms kurzzeitiges Amt war nur ein besonders prominentes Anzeichen für die Tendenz, lieber Politik in Zusammenarbeit mit den „Entscheidungsträgern“ „mitgestalten“ zu wollen als den mühsamen Weg der Organisierung von Unten im Stadtteil zu gehen. Mit dieser Tendenz hat sich Stefan Romvári in der Zeitschrift analyse und kritik auseinandergesetzt. Er ist selbst seit zehn Jahren aktiv in verschiedenen stadtpolitischen Initiativen in Berlin. Wir haben mit ihm gesprochen.