Stadtbau mit Mieterlösen als Profitcenter - das Jahr 2013

Stadtbau mit Mieterlösen als Profitcenter - das Jahr 2013

Trotz einer kalkulatorischen - selbstverständlich von Mieter bezahlten - Abschreibung von über 10,5 Mio.€ hat im Jahr 2013 der Buchwert der in Grundstücken, Wohn- und Geschäftsbauten, Garagen und technischen Anlagen gebundene Vermögenswert der Freiburger Stadtbau um 12,05 Millionen € zugenommen auf jetzt 346 Millionen 422 Tausend und 986 € erreicht!
Zugleich steigerte sich das zum Verkauf bestimmte Vermögen an Häusern und Wohnungen und Anlagen im Eigentumsbereich um satte 4,475 Millionen € auf jetzt 22,478 Millionen €. Dies obwohl zur gleichen Zeit für 19,505 Millionen Wohnungen usw. den Eigentümer per Verkauf wechselten und der als unfertig ausgewiesene Eigentums-Wohnungsbestand nur um 5,8 Mio € auf 2 Mio zurückging.
Wenn zugleich die Nettokreditverschuldung der gesamten Stadtbau nur um 1,76 Millionen € auf 224,7 Millionen € anstieg, die aus den Mieten zu bezahlenden Zinsen auf 7,45 Mio.€  aber sogar sanken (durchschnittliche Zinsbelastung 4,14%) bleibt nur die Frage wer diese stürmische profitable Entwicklung ermöglicht?
Die Antwort ist recht leicht gefunden: Die jüngste Mieterhöhungswelle 2013 spülte 2,677 Mio € mehr (!) in die Kassen der FSB auf jetzt rund 52 Mio €. Das dabei Mieter immer länger auf notwendige energetische Sanierungen warten müssen und sie sogar fürchten(!! wegen fehlender Warmmietenneutralität), aber eben doch immer die am Markt erzielbare Vergleichsmiete zahlen müssen, kann getrost als riesengrosser politischer Skandal bewertet werden.
Weshalb dazu aber - wie auch der 50% Neubau- Quote  Eigentumswohnungen - Stadträte, die einst gegen den Abverkauf der FSB waren, so beharrlich schweigen, ist nicht ansatzweise nach zuvollziehen.  Denn selbst ohne Lagebericht ist das Zahlenwerk aus Sicht aller Mieter in Freiburg ein Politikum, weil die Mietpreisspirale nach oben treibend!

Kaum besser geht es den Mieter der über 900 Wohnungen die in der Freiburger Stadtimmobilien (FSI) von der Stadt auf Kreditbasis übernommen wurden: Auch sie dürften trotz über 4,2 Mio € Mietzahlungen kaum in den Genuss von Instandsetzungen gekommen sein. Bei Buchabschreibungen von  über 410 T€ und einer minimalen Differenz zwischen Buchwert 55,243 Mio € und Kreditbestand (55,463Mio €) spricht trotz fehlenden Lagebericht  nix für versprochenen substantiellen Instandsetzungen. Wie auch? bei 0,8 Mio. € Zuführung zur Gewinnrücklage und 1,685 Mio.€ sonstige Rückstellungen!
Ob die neu gewählten Gemeinderäte als Aufsichtsräte in beiden Gesellschaften einen anderen Kurs durchsetzen werden? Freiburg lebenswert z.B. wird sich daran messen lassen müssen!

(kmm)
Quelle: G-14/126 Anlagen