Kritik an der klimaschädlichen Investitionspolitik von UBS und Crédit Suisse: UmweltaktivistInnen blockieren den Sitz Schweizer Banken in Zürich und Basel

UmweltaktivistInnen blockieren den Sitz Schweizer Banken in Zürich und Basel

sitzblockade vor dem sitz der schweizer bank ubs, klimacamp basel 2019.jpg

Sitzblockade vor einem Eingang am Sitz der Schweizer Bank UBS in Basel
Quelle: 
Collective Climate Justice (https://www.climatejustice.ch/)

In Basel und Zürich begannen am Montag die Action Days des Climate Camps unter dem Motto "Fossil Banks - too big to stay". Dutzende Umweltaktivist*innen blockierten den Sitz von zwei Schweizer Grossbanken. Es handelt sich um die Banken Crédit Suisse in Zürich und UBS in Basel.


Die RDL-Reportage aus Basel: 7:49


Das Collective Climate Justice, das hinter den Blockadeaktionen in Zürich und Basel steht, wirft beiden Banken vor, zu den grossen Verursacherinnen des Klimawandels zu gehören. Zudem fanden im Rahmen der Climate Games auch Kleingruppenaktionen statt. So wurde zum Beispiel an einem Baukran über der Basler Credit Suisse Bank ein Transparent mit der Aufschrift "Alle Tage Sabotage bis alli Banke wanke" befestigt.

Über die Blockadeaktion der UBS haben wir am Montagmittag im Punkt12 mit Elisabeth gesprochen, der Sprecherin des Collective Climate Justice in Basel. Wir haben sie zunächst gefragt, wie es zu diesem Zeitpunkt um die Blockaden stand: 10:01

Zum Zeitpunkt des Interviews hatte die Polizei in Zürich die Blockade durchbrochen, indem sie Menschen abführte und in Gewahrsam nahm. Währenddessen wirkte die Polizei in Basel noch deeskalativ.

Am Montagnachmittag wurden die Blockaden an beiden Orten durchbrochen. Die Polizei räumte die Klimaaktivist*innen in Basel und in Zürich. Einige Aktivist*innen in Basel hatten sich zusätzlich an Ölfässer vor der Bank festgekettet um die Räumung hinauszuzögern. Sie wurden aus diesen sogenannten Lock-ons geräumt, wobei die Polizei das Gebiet großflächig absperrte und auch keine Presse durchließ.

RDL vor Ort im Interview mit der Pressesprecherin zur Aktion: 5:35 und den Hintergründen: 4:29

Das Collective Climate Justice spricht im Zusammenhang der Räumungen von rund 100 Festnahmen und rief am Abend zum Protest gegen diese Repression auf. In Basel fand eine spontane Demonstration zum Polizeirevier statt und Unterstützer*innen blieben bis in die Nacht vor Ort um freigelassene Aktivist*innen in Empfang zu nehmen.

Ein*e Aktivist*in berichtet im Nachhinein von der Aktion: 2:42

Und die Proteste gehen weiter. 200 Menschen blockierten am Dienstag erneut die UBS mit einer Menschenkette, es gibt Demonstrationen in Solidarität mit den Gefangenen und bei einer Unterschriftenkampagne für die Freilassung der Aktivist*innen unterschrieben bis Dienstag abend 1800 Menschen.

Am Mittwochmorgen sind noch immer nicht alle festgenommenen Aktivist*innen wieder frei. In Basel werden weiterhin zwölf und in Zürich immer noch rund 40 Aktivist*innen festgehalten. Die Aktivist*innen mussten schon die zweite Nacht in Gewahrsam verbringen. Die Pressesprecherin des Bündnis Climate Justice, sagte am Mittwochmorgen es sei ein Skandal, dass "ein friedlicher Umweltprotest so scharf gefahndet wird, dass die Menschen so lange inhaftiert bleiben". Freigelassene Aktivist*innen berichten von unzumutbaren Haftbedingungen; unter anderem, dass ihnen Wasser und Essen verwehrt wurde, und sie über Stunden mit Kabelbinder gefesselt warten mussten.

Update 10.7., 17:30h: Nach der letzten Meldung von 14:15h sind alle bei der USB-Blockade in Basel Festgenommenen wieder frei. In Zürich sind jedoch immer noch Aktivist*innen in Haft.