WER MANIPULIERT EIGENTLICH WEN??

WER MANIPULIERT EIGENTLICH WEN??

Einsatzrevier Nord_5210.jpg

Zurück im Revier Nord vom Einsatz zur Beitreibung einer Geldstrafe am 9.5.....
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Quelle: 
RDL/kmm

Drei Wochen nach dem mit unbekannten "erfahrenen Ermittlern" angefütterten Sensationsartikel der BZ Freiburg Lokalredaktion vom 19.April 2014 hat am Freitag, 9.5.14 das Polizeipräsidum Freiburg an die Medien ihre polizeiliche Lagestatistik geöffnet incl. regionalisierten Material.
Dabei wird deutlich, dass der Gewalt-Hype faktisch durch kaum etwas zu rechtfertigen war. Zwar sind in den ersten vier Monaten die in Freiburg gewaltätig begangenen Eigentumsdelikte  auf 79 angestiegen und liegen damit über dem 4 Jahresschnitt mit 50. Zugleich gingen aber die für die Geschädigten gleichermassen gravierenden gefährlichen und schweren  Körperverletzungsdelikte (oft auch in Beziehungen und häuslich) im gesamten Stadtgebiet gegenüber dem 4-Jahresschnitt von 233 um 58 zurück  und kamen auf 175 Fälle.
Insgesamt also ein Rückgang bei den für die Geschädigten als traumatisch auf zu fassenden Deliktsgruppen um 30 Fälle in den ersten vier Monaten.
Nicht anders verhält es sich bei den Anteil, die in der Altstadt in Freiburg begangen werden: Einerseits der mit Gewalt begangenen Eigentunsdelikte eine Steigerung um 17 auf 31 vom langjährigen Schnitt mit 14. Anderseits ein Rückgang bei Gewaltopfererfahrungen (bei schweren und gefährlichen Körperverletzung um 29 auf 64 im Verhältnis der letzten vier Jahre zu beobachten. Insgesamt also auch hier ein Rückgang der beiden heftigen mit Gewalterfahrungen verbundenen Deliktsfelder (hier also 12). Dabei zeigen gerade die von Polizeiführern wie Harry Hochhuli (Revier Nord) präsentierten Zunahmen bis 9. Mai im gewaltbetonten Eigentumsdeliktsbereich, dass gerade ein Wehren der Beklauten, die Diebstähle zu einem versuchten räuberischen aufstufen, wenn die mutmasslichen Täter mit Gewaltdrohungen fliehen!  Dies ist aber eben das Gegenteil von Überfällen..
Absurd wird aber die in schwärzesten Farben gemalten Situation auf dem Stühlinger Kirchplatz. Hier ist der Anstieg der gewaltbegleiteten Eigentumsdelikte um 2 auf 9 gegen über dem 4-Jahresschnitt am flachesten im Verhältnis sowohl zur Altstadt wie ganz Freiburg. Auch hier sind die sonstigen schweren Gewaltdelikte rückläufig um drei auf 19. Also auch hier ein Gesamtrückgang. Im krassen Gegensatz zu Freiburg und der Altstadt sind die Taschendiebstähle mit 6 (!)  in vier Monaten gleich geblieben.
Das Rauschgift-"problem" ist Dank der seit Mitte März intensivierten Kontrolltätigkeit des Polizeiposten Stühlinger um 17 Delikte angestiegen und zwar ausschliesslich bei Cannabis ! (48 Funde, bei 55 insgesamt).

und die Taschen-Diebstahlzunahme? Die scheint nach der Erfassungen der Polizei zu stimmen. Während im 4-Jahresmittel in den ersten vier Monaten im Schnitt Freiburg auf 159 kam, kletterten sie 2014 auf 218. Die Masse passieren in der Altstadt (im Stühlinger s.o.: 6!). Aber nicht wie die Polizei behauptete  259 , sondern 147. Die Polizei hatte 112 Fälle aus 2013 mit hinzugerechnet!
Bei 19 der 240 bis 9.5.14 in Freiburg  registrierten, verdächtigt die Polizei unbegleitete minderjährige Flüchtlinge (Behörden Jargon: umF).

Apropos umF oder unbegleitete minderjährige Flüchtlinge. Hier lehnt sich die Polizei sehr, sehr zweideutig aus dem Fenster.
Gegen 31 will Sie jetzt Ermittlungsverfahren eingeleitet haben. Allerdings: die 31 stammen aus dem gesamten Prasidiumsbereich, der vom Landkreis Emmendingen bis nach Waldshut reicht. Bei 20 von 84 gewaltbegleiteten Eigentumsdelikten und 32 von 194 jeweils bis zum 9.5.2014 in Freiburg registrierten schweren oder gefährlichen Körperverletzungen will die Polizei  Verdachtsmomente gegen diesen Personenkreis ausgemacht haben. 
Allerdings: mit einem gravierenden Pferdefuss "und deren Umfeld" !!!
Worin  dieses "Umfeld" bestehen soll, bleibt angesichts des Arbeitsende Freitag 17 Uhr in der Polizei Pressestelle zudem mehr als vage. Betreuer und Amtsvormünde sind ja kaum gemeint und gestreute Tatanlaysen bestreiten ein bandenmäsiges agieren. Folglich muss wohl eher davon ausgegangen werden, dass in der Regel vage Verdachtszeichnen zu statistischen "Tatsachen" agglomeriert wurden. 
(Nebenebei: Trotz intensiver Polizei-Kontrollen seit Anfang April sprechen übrigens 8 von 325 Verdachtsfällen "Cannabis" bzw. 10 Verdachtsfälle von 472 BTM-insgesamt schon logisch gegen die aufgebrachten Mutmassungen - aus dem Umfeld interessierter, aber unbekannter Behördenbeamter, die mit der Ermittlungsgruppe zusammenarbeiten,- über die vermeintliche Ursache  Beschaffungskriminalität!)
Vielleicht gibt aber die folgende Korrektur einer polizeilichen Pressemeldung vom 6.5.14 Einblick in die Hysterie spezieller Verdachtsschöpfungen nach den Medienkampagnen des Hodeige Monopols.

„Bei dem festgestellten Beteiligten handelte es sich um einen 34jährigen Schwarzarfrikaner aus Eritrea, somit NICHT um einen Nordafrikaner.“ (Nachtrag zu: POL-FR: Freiburg-Stühlinger 6.5.14, Fehler im Original) Hier ging es um schwere bzw. gefährliche Körperverletzung auf dem Stühlinger Kirchplatz.
(kmm)