Landeserstaufnahmestelle Freiburg : Wer sich über unterlassene Hilfe beschwert wird festgenommen

Wer sich über unterlassene Hilfe beschwert wird festgenommen

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Ende des Polizeieinsatzes in LEA Freiburg am 2.11.18
Quelle: 
Foto: RDL

Am heutigen Freitag fand ein großer Polizeieinsatz im Landeserstaufnahmelager in der Lörracher Straße in Freiburg statt. Berichten von Bewohnern zufolge kamen gegen 10 bis 11 Uhr 18 Polizeiwagen in die LEA. Auslöser war ganz offenbar, dass eine Frau zusammengebrochen war. Einige BewohnerInnen machten dafür die schlechte Essensversorgung in der LEA, über die es immer wieder Beschwerden gibt, verantwortlich. Geflüchtete dürfen in der LEA nicht selber kochen. Die massive Unmutsbekundung darüber, dass der zusammengebrochenen Frau nicht schnell geholfen wurde, führte schließlich zur Personalienfeststellung bei einem Beschwerdeführer. Die Polizei, die, wie wohl auch die Lagerleitung, mal wieder völlig überreagierte, schreibt in ihrer Pressererklärung: "Die Verweigerung eines 25-jährigen Nigerianers, anlässlich einer Routinekontrolle in der Landeserstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge (BEA) Freiburg seine Personalien gegenüber den Kontrollbeamten preis zu geben, erhitzte dort am heutigen Morgen kurzzeitig die Gemüter. Im Verlauf der Kontrolle setzte sich der Bewohner der BEA Freiburg auch körperlich zur Wehr und verletzte hierbei einen Polizeibeamten sowie einen Mitarbeiter des Regierungspräsidiums Freiburg leicht. Die Maßnahmen der eingesetzten Kräfte wurden zudem dadurch erschwert, dass sich ca. 20 Personen mit dem 25-jährigen Nigerianer solidarisierten und sehr aufgebracht ihren Unmut äußerten." Den Grund für den Ärger verschweigt die Polizei geflissentlich. Berichten zufolge soll sie erneut die Unverletzlichkeit der Wohnungen ignoriert haben und samt Hunden sämtliche Zimmer betreten haben. Die BewohnerInnen durften die LEA während der Polizeiaktion nicht verlassen. Wer kritisiert wird mitgenommen lautet offenbar das Motto. 4 KritikerInnen der Zustände in der LEA wurden durch die Polizei sofort in andere Lager "umverteilt". Als RDL am gegen 14.30 Uhr an der LEA ankam, war der Polizeieinsatz am Auslaufen. Um das Fotographieren zu verhindern wollte ein Mitarbeiter der Security Firma BIG uns auch noch vor der LEA wegschicken. Die Aussage, dass es sich hierbei aber wohl nicht mehr um ein befriedetes Gelände handele beantwortete der Mitarbeiter dreist mit: "Die Rechtslage ist mir egal." (FK)