Gesundheitsversorgung für MigrantInnen und Asylsuchende in Großbritannien: Aus Angst nicht zum Arzt

Aus Angst nicht zum Arzt

Aeskulapstab_6508.jpg

Andreas Schwarzkopf, „Aeskulapstab 6508“
Quelle: 
https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Aeskulapstab_6508.jpg

Seit einigen Jahren befindet sich das Gesundheitssystem in Großbritannien in einer tiefen Krise. Der 1948 gegründete National Health Service, kurz NHS, der anders als in Deutschland über Steuern finanziert wird, steht jeder EinwohnerIn Großbritannien kostenlos zur Verfügung. Allerdings hat in den letzten Jahren die konservative Regierung von David Cameron die Finanzierung des NHS massiv zurückgefahren. Sinnvolle strukturelle Anpassungen des inzwischen 70 Jahre alten Systems sind ebenfalls ausgeblieben. So kommt es mittlerweile zum Beispiel zu fast schon grotesken Überbelegungen der Krankenhäuser, weil es viel zu wenig Allgemeinärzte in der Grundversorgung gibt.

Obwohl die Lage für regulär in Großbritannien lebende Menschen schon nicht besonders rosig ist, ist für manche die Situation noch komplizierter. Menschen, die im Asylverfahren stecken und undokumentierte MigrantInnen trauen sich oft nicht einmal zum Arzt- Das hat unter anderem damit zu tun, dass das Innenministerium mittlerweile in Arztpraxen und Krankenhäusern nach PatientInnendaten fragt, um undokumentierte MigrantInnen aufzuspüren.

Die Nichtregierungsorganisation Doctors of the World betreibt zwei Kliniken in London, die nicht nur kostenlos für die PatientInnen sind, sondern auch die Datenweitergabe verweigern.

Wir haben mit Peter Gough gesprochen, der ehrenamtlich als Arzt in einer dieser Kliniken arbeitet.

 

 

Doctors of the World hat diese Woche eine Kampagne gegen die Weitergabe von PatientInnendaten gestartet. Mehr Informationen dazu gibt es unter www.doctorsoftheworld.org.uk

Wir haben zur Weitergabe von PatientInnendaten auch beim britischen Innenministerium und dem Gesundheitsministerium nachgefragt. Von einer Regierungssprecherin aus dem Gesundheitsministerium heißt es, es würden keine medizinischen Daten weitergegeben und die Weitergabe stünde auf einer sicheren rechtlichen Grundlage.