Brache wichtiger als Willkommenszelt für Flüchtlinge in Freiburg?

Brache wichtiger als Willkommenszelt für Flüchtlinge in Freiburg?

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Polizeibesuch gegen Wilkommenzeichen für Flüchtlinge
Quelle: 
Foto: Radio Dreyeckland

Die Eigentümerin des brachliegenden Grundstücks, gegenüber der seit gestern eröffneten BEA, Frau Götz, aus der Baumarktfamilie Götz und Moritz, hat Strafanzeige wegen vermeintlichen Hausfriedensbruch gestellt. Damit richtet sie sich gegen zwei Wilkommenszelte für Flüchtlinge, die am Samstag Nachmittag durch einige Menschen aus zahlreichen flüchtlingssolidarischen Initiativen und Einzelpersonen hier errichtet wurden. Sie hat laut Polizei kein Interesse mit den FlüchtlingsaktivistInnen Kontakt aufzunehmen.

In dem Willkommenszelt werden derzeit noch unabhängige Informationen zumAsylverfahren in mehreren Sprachen zur Verfügung gestellt und Adressen zu selbstverwalteten Initiativen zur Unterstützung von Geflüchteten vermittelt.

Mit dem Engagement für die Rechte der Flüchtlinge verbindet die Initiative, laut Pressemitteilung, eine klare Kritik und Ablehnung an Sammellagern, wie die BEA. Die
Alternative zu Sammellagern sei dezentrale Unterbringung. Die „offene“ Stadt Freiburg solle überdies– entgegen ihren bisherigen Äußerungen – auch nach der Eröffnung der vom Land finanzierten BEA und später der LEA Geflüchtete dauerhaft aufnehmen.

Das Wilkommenszelt wird rege, auch von vielen Flüchtlingen aus der BEA genutzt. Damit könnte nun allerdings schnell wieder Schluss sein. Auf Geheiß der Eigentümerin nahmen ein Dutzend PolizistInnen die Personalien von einigen FlüchtlingsaktivistInnen auf und forderten sie auf, dass Gelände zu verlassen.

Positive Rückmeldungen hatte es bisher nach Angaben der AktivistInenn sogar vom Regierungspräsidium gegeben. Wenn Sie Eigentümer wären, würden sie die Zelte dulden. Auch ein Mitarbeiter von European Homecare zeigte sich erfreut über das Zeichen.

Die Brache auch weiter brachliegen zu lassen, scheint Frau Götz aber deutlich wichtiger zu sein, als sich tolerant gegenüber einem Zeichen der Solidarität mit Geflüchteten zu zeigen.

 

(FK)