Freiburg geht, getrieben vom Lokalverein Innenstadt, verstärkt gegen Graffiti vor: Lieber der "gesunden Volksmeinung" als der Wissenschaft folgen.

Lieber der "gesunden Volksmeinung" als der Wissenschaft folgen.

Auf einer Pressekonferenz an diesem Dienstag den 10. Oktober verkündete die Stadt Freiburg, in Person vom ersten Bürgermeister Otto Neideck und Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach, künfig verstäkt gegen illegale Graffiti vorgehen zu wollen. Das Stadtbild solle durch schnelles Handeln verbessert und Hauseigentümern geholfen werden. Man wolle, so Neideck auf der Pressekonferenz martialisch, nun "massiv den Kampf aufnehmen". Jährlich ist nun ein Budget von 250.000 Euro zur Beseitigung von Schmierereien an städtischen Gebäuden vorgesehen. Arbeitskräfte der Freiburger Qualifizierungs- und Beschäftigungsgesellschaft (FQB gGmbH) sollen ab sofort möglichst innerhalb einer Woche neue Graffitis entfernen. Gleichzeitig stellt die Stadt einen Fördertopf von 100.000 Euro jährlich zu Verfügung um privaten Hauseigentümern die Wände neu zu streichen. Die Hauseigentümer fordert die Stadt auf denunziatorisch aktiv zu werden. Sie sollen Anzeige erstatten. Im letzten halben Jahr, so Neideck, seien 4 Sprayer gefasst worden. RDL war auf der Pressekonferenz dabei und berichtete darüber: 2:56

Mehrfach wurde auf die umstrittene broken window Theorie verwiesen, wonach eine unordentliche Gegend Kriminalitätsfurcht und Kriminalität nach sich ziehen würde. Auf die Frage nach empirischen Belegen für diese Theorie und den Hinweis darauf, dass etwa das Freiburger Institut für Kriminologie diese nicht für gegeben erachtet, antwortete Otto Neideck auf seine Weise: 0:15

Im Anschluss an die Pressekonferenz sprachen wir noch mit Sozialbürgermeister Kirchbach, der sich als sozialdemokratischer Kümmerer um Sicherheit und Ordnung präsentierte: 5:27