RDL Redakteur soll in Freiburg bleiben dürfen!: Schluss mit der Verlegungspolitik! Für das Recht auf Freie Wahl des Wohnorts! + Update

Schluss mit der Verlegungspolitik! Für das Recht auf Freie Wahl des Wohnorts! + Update

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Mohaman-Arfate Fofana im RDL Studio
Quelle: 
Foto: RDL

Und nun die gute Nachricht am Donnerstag: Mahaman-Arfate Fofana kann in der Nähe von Freiburg bleiben, nämlich in Emmendingen, ein Dank an alle, die dazu beigetragen haben! Wir sind alle sehr froh. Die Nachricht zeigt auch, was (im Einzelfall) möglich ist, wenn der Wille vorhanden ist.

Update vom Mittwoch: Die Verlegung von unserem Our Voice Redakteur Mohaman-Arfate Fofana in den Landkreis Rhein-Neckar ist erst einmal auf Eis gelegt. Ein kleiner Erfolg. Da ein Leben in der Landeserstaufnahmestelle aber ebenfalls unterträglich ist, braucht es jetzt ein klares Signal der Stadt Freiburg, dass er aus der LEA raus kann und in Freiburg wohnen bleiben darf!

 

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Mohaman-Arfate Fofana lebt seit Ende September in der LEA. Seit Oktober ist er zu einem festen Bestandteil unseres Teams geworden, ein talentierter Redakteur und ein guter Freund. Nächsten Dienstag, am 26.03. soll er in den Landkreis Rhein-Neckar verlegt werden. Arfate soll bleiben! Geflüchtete sollen selbst entscheiden, wo sie leben möchten!

Mit der Zustimmung der Stadt Freiburg, eine Landeserstaufnahme einzurichten, hat sich die Stadt der Pflicht der Folgeunterbringung entzogen. Das bedeutet, dass alle Menschen, die hier in Freiburg in der LEA untergebracht sind, weiter an einen anderen Ort transferiert werden. Für Bürokrat_innen hinter ihren Statistiken mag das Sinn machen, für die Menschen nicht!

Denn jeder Versuch, in dieser Gesellschaft Fuß zu fassen, ist zum Scheitern verurteilt, wenn die Menschen kurzfristig und ungefragt verlegt werden. Wenn Menschen trotz aller Hürden hier in Freiburg ankommen, sich engagieren, vernetzen und Freundschaften schließen, wird dieser Prozess mit dem sicheren Transferbescheid wieder zunichte gemacht.

Wir haben es satt, dass unsere Freund_innen und die Menschen, die sich mit uns engagieren auf winzige Dörfer am anderen Ende Baden-Württembergs verlegt werden! Und das obwohl (oder gerade weil?) wir uns beim Regierungspräsidium für ihr Bleiben eingesetzt hatten. Wir denken z.B. an unseren Freund John* aus Nigeria – die Bilder seiner von Boko Haram getöteten Familie verfolgten ihn ständig. Bei Our Voice und Together as One konnte er sich anderen anvertrauen und er nutzte das Radio, um öffentlich seine Meinung zu sagen. Von einem Tag auf den anderen war er weg. Oder David*, der mit dem Sicherheitspersonal der LEA aneinander geriet, weil er mit dem Aufnahmegerät seine Mitbewohner_innen über ihr Leben in der LEA befragen wollte. Am nächsten Tag kam die Polizei und beschuldigte ihn des Diebstahls (des von RDL offiziell ausgeliehenen Recorders). Kurz darauf kam der Transferbescheid.

Das Konzept von LEAs und ANkErzentren beinhaltet Arbeitsverbote, Residenzpflicht und Besuchsverbote. Die Lager dienen lediglich der Isolation und Desintegration von Geflüchteten und sind menschenunwürdig!

Die gleichzeitige Forderung an Geflüchtete, sich zu "integrieren", ist verlogen und heuchlerisch, solange jedes Engagement systematisch im Keim erstickt wird.

Wir fordern die Stadt Freiburg auf, die Folgeunterbringung zu ermöglichen und alles in ihrer Macht stehende zu tun, um Menschen im Asylverfahren zu schützen!

Wir fordern das Regierungspräsidium auf, individuelle Bedürfnisse bei den Transfers zu berücksichtigen und nahe gelegene Orte für die Folgeunterbringung zu suchen!

Die Redaktion „Our Voice“

* Namen geändert

Redebeitrag von Mohaman-Arfate und Our Voice an Kundgebung zum internationalen Tag gegen Rassismus: 8:32

 

8:32