Stadionneubau des SC Freiburg – Die Finanzierungslüge. So nicht!

Stadionneubau des SC Freiburg – Die Finanzierungslüge. So nicht!

Im Gemeinderat ist Dieter Salomon am 7.10.14 richtig böse geworden. Der SWR („und vielleicht andere“) haben sich nicht an seine Sperrfrist 16 Uhr gehalten. So als ob noch nie die Gemeinderäte vor ihren Entscheidungen je über die Entscheidungsgegenstände aus den Medien informiert worden wären. (Passend dazu: der Vorentscheid im Aufsichtsrat der FWTM bereits im Juli, ohne den neu gewählten Gemeinderat zu beteiligen, für die Namensrechte am stadteigenen Schwarzwaldstadion Subvention mit jährlich weit über 100T€ Stadtzuschuß an die marode FWTM zu beschließen!!)

Doch dies ist alles nur ein Nassenwasser bzw. Kinkerlitzchen zu der am Dienstag in das Verfahren eingebrachte Drucksache G-14/188

 

Nicht 110 sondern 130 Mio. € für ein neues SC Freiburg Stadion

Nicht vergessen sind die erst vier Jahre zurückliegenden Schwüre des Oberbürgermeisters aus dem OB-Wahlkampf 2010. Es gehöre nicht zu den Prioritäten der Stadtpolitik einem Profifußballverein ein neues Stadion zu finanzieren. Heute steht fest: Alles grüne Macht-Lügen.

Der Chefissmo in der Lokalschreibe aus dem Medienprintmonopol des Herrn Hodeige fabuliert heute: Die Zahl 38 entscheidet

Natürlich ist selbst dies Quatsch! Die grüne Null heißt jetzt nicht einmal 38 Millionen

Dem Impressario des Bürgermeisteramtes, Uwe Mauch,  liegt natürlich die Vorlage vor: Die Kosten belaufen sich vielmehr auf schlaffe 47 Millionen € Bausumme öffentliche Infrastrukturkosten für die Stadionerschließung (!) (Tabelle S.19).
Die müssen auch alle über die Stadt abgewickelt werden. Die Stadt rechnet nur öffentliche Mittel der Bürgerinnen, die aus Landestöpfen kommen, dagegen: 6.5 Mio €: Hinzu kommen aber auch weitere 3 Mio.€, die mal wieder von dem städtischen Schuldenkrösus FWTM für 1.200 bewirtschaftbare Parkplätze erbracht werden sollen. Die führt mal wieder – natürlich !- zu einer Erhöhung der Verlustabdeckung aus Mitteln des Stadthaushaltes. (siehe Kosten der Namensrechte am Dreisamstadion bei einer nahezu gleich hohen Pacht!)

Doch es bleibt nicht bei 47 Millionen € Subventionsleistung in die öffentliche Infrastruktur. Ganz selbstverständlich rechnet das Bürgermeisteramt mit weiteren 11 Millionen Zuschuß aus Landestöpfen für den Stadionbau selbst! Dies sei ja auch dem KSC zugesichert worden. Sollte dieser Zuschuß  nicht direkt kommen können ,“sondern stattdessen die Finanzierung der städtischen Infrastrukturmaßnahmen entlasten, dann würden die freiwerdenden Mittel zur Finanzierung des Stadionbauwerkes eingesetzt werden“(S.20) Aha!

Allein an diesem Punkt erreicht das öffentliche Subventionsvolumen schon schlappe 58 Millionen €. Ein wahrlich stolzer Preis für die Freiburger Imagewerbung! Und absolut unproportional zu den Investitionen des Proficlubs SC Freiburg mit 15-20 Millionen.
Da hilft auch keine auf 25- 30 Jahre (!) angelegte Abschreibung der Zins- Tilgungs und Abnutzungsraten via Pachtgebühr des SC Freiburg! Sie setzt stattdessen vorallem eine überwiegende 1. Liga Mitgliedschaft des SCF voraus (3,8 Mio Jahrespacht gegen 2,5 Mio in der 2.Liga)
Ganz schön dreist, wenn SCF-Präsident Fritz Keller dann noch das Risiko des 3. Liga-Abstiegs den Bürgerinnen Freiburgs mal eben so anlastet („absolut vertretbar“!

 

Lügen mit Zahlen!

Die Gesamtkostenkalkulation hat aber wesentlich weitere Ungereimtheiten: Die Stadionbaukosten werden mit 70 Mio.€ beziffert. Allerdings sind sie ohne 19 % MwSt kalkuliert, weil der SC Freiburg Vorsteuerabzugsberechtigt ist. Dies ändert jedoch kein Jota an der real zu finanzierenden Baukostensumme. Diese beläuft sich folgerichtig auf über 83 Millionen € für Stadion mit Trainingsplätzen und einem Minimum baurechtlich erforderlicher 900 Stellplätze. Entscheidend: Es ist eine städtische Objektgesellschaft!

So ergibt sich eine reale Investitionssumme von 130 Millionen mit einer offenen Subventionsrate von knapp 45 %!
Die vage Ankündigung mit PwC ein „Notifizierungsverfahren bei der Europäischen Kommission gemäß Artikel 108 Abs. 3 AEUV“ bei der EU-Kommission erst nach dem Bürgerentscheid gar im „vereinfachten Verfahren „ (S.21) bestehen zu können, klingt schon wie das berühmte Pfeifen im Wald!
Wie die Gutachter nämlich feststellen, muß die „Belastung der Stadt so gering wie möglich“ aber gleichzeitig “den SC Freiburg soweit wie möglich in die finanzielle Verantwortung zu nehmen“ (S.22). Das kann vorliegend aber kaum bescheinigt werden. Das Gegenteil ist richtig: Letztlich liegen alle Risken - mit Ausnahme der "stillen Beteiligung" des SCF - bei den Bürgerinnen der Stadt Freiburg.
Im übrigen sind manche Stadionverlagerungskosten erst gar nicht aufgeführt! Was wird z.B. aus dem alten Stadion? Die vom SC als zu klein abgelehnte Fläche der Hettlinger Kleingärten wurde u.a. mit dem Argument verweigert, daß dann der SC weiter Pacht für das alte Stadion zahlen muß, zusätzlich zum Mösle. Dies sei aber unfinanzierbar. Seit einem Jahr scheint sich in den Verhandlungen Stadt- Land nichts bewegt zu haben, um den Tausch Unistadion gegen SC Stadion voranzubringen. So produziert das Bürgermeisteramt aber zusätzlich unkalkulierte Kosten!

Selbst als bekennender SC Freiburg Fan muß Mensch festhalten:
Das Angebot des SCF ist offenkundig zu gering!
Die offensichtliche Nichteinbeziehung seiner zumindest 15.000 treuen Dauerkarten Fans – hat Barcelona das denn nicht vorgemacht  (Freiburg-like:z.B 15.000 mal 1000 € Anteilsscheine) - in die Stadionfinanzierung lastet einseitig alles auf die Gesamtheit der Freiburger Bürgerinnen ab.
Das ist falsch und riskiert erkennbar eine Niederlage beim Bürgerentscheid ein – unabhängig von den sonstigen Ruppigkeiten gegen Dohlen, Segelflieger und Fallschirmspringer wie ihre Flugzeug-Schlepper.

KMM 8.10.14

Die Vorlage PDF icon2014-10-07_Nr_G-14_183_Vorlage.pdf

Das abzustimmende Konzept mit der 70 Mio.€ Nettolüge PDF icon20141007082626.pdf