Erneuter Versuch Roma-Familie aus Nagold nach Serbien abzuschieben: Aktueller Aufenthalt auf Intensivstation interessiert Regierungspräsidium Karlsruhe nicht

Aktueller Aufenthalt auf Intensivstation interessiert Regierungspräsidium Karlsruhe nicht

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Wir haben am Freitag über den Abschiebeversuch im baden-württembergischen Nagold berichtet. Das Regierungspräsidium Karlsruhe wollte eine Roma Familie nach Serbien abschieben. Der Mann der Familie Sasa J. hat mehrere Suizidversuche hinter sich, ausgelöst durch Mordversuche einer serbischen Mafiagruppe, der die Romafamilie schutzlos ausgeliefert war. Das Regierungspräsidium hatte nicht mitgeteilt, das bestehende gesundheitsbedingte Abschiebungshindernis nicht mehr zu akzeptieren. Entgegen der Regelung wurde die Familie auch nicht einen Monat im Voraus über ihre bevorstehende Abschiebung informiert.

Wir haben am Donnerstag mit der Familienmutter Danijela I, die ab September einen Ausbildungsplatz hat, über ihre Geschichte und auch die versuchte, aber misslungene Abschiebung gesprochen. Sasa J. hat sich aufgrund der missglückten Abschiebung erneut versucht das Leben zu nehmen. Er liegt derzeit auf der Intensivstation.

Und trotzdem: In der Nacht von Sonntag auf Montag gab es erneut einen Abschiebeversuch gegen die Familie. Wir haben darüber mit Seán McGinley, Geschäftsführer des baden-württembergischen Flüchtlingsrats gesprochen.