Protest zeigt Wirkung: Besetzung in Bremen durch „Leerstand gestalten“

Besetzung in Bremen durch „Leerstand gestalten“

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Ein Fenster auf der rechten Bildhälfte mit zwei vermummten Aktivisti darin die ein Mikrofon halten und sprechen. Vor dem Haus sitzen Vertreter der Unterstützenden, zu einer Pressekonferenz
Pressekonferenz vor dem besetzten Haus in der Kornstrasse
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In der Kornstraße 155 wurde am Samstag den 18. Oktober durch eine Gruppe ein lange unbewohntes Haus besetzt. Die Immobilie in der Bremer Neustadt ist eine von über 13 000 Wohnungen die allein in Bremen leer stehen. Am Haus selbst findet seither immer wieder eine Mahnwache statt und die Besetzer*innen organisieren Küche für Alle, Arbeitsgruppen und selbstverwaltete Werkstätten. Die einzelnen Punkte gehen über den Tag verteilt und erweitern das Kulturangebot der Stadt durch Workshops wie Improtheater, Fahrradreparatur und dem allgegenwärtigen Thema der Wohnkämpfe. Gruppen wie Ende Gelände Hamburg, Zwangsräumungen verhinder Hamburg oder die Basisgruppe Antifaschismus Bremen solidarisieren sich mit dem Protest ums Haus. Auf Anfrage von Radio Dreyeckland schreiben die Menschen von „Leerstand gestalten“: „Am Dienstag war das Haus den Tag über von der Polizei umstellt, es gab aber noch keine Räumungsversuche. Auch wurde aktiv versucht zu verhindern, das Essen ins Haus gegeben wurde, ansonsten versorgt sich das Haus überwiegend selbst.“

Neben den Aktivisti im Haus sind auch zivilgesellschaftliche Akteure unterstützend vor Ort. Eine Bremer Stadtteilgenossenschaft sagte am Samstag bei der Pressekonferenz: „An diesem Beispiel, an diesem Haus, sehen wir: Der Besitzer wird seiner Verantwortung nicht gerecht. Wenn es keine andere Lösung gibt, ist für solche Fälle das Richtige: Enteignung nach Landesverfassung Artikel 13.“ Der Unterstützendenkreis reiche bis in die SPD. Weitere Informationen sind auf dem Instagram Kanal der Besetzer*innen zu finden.