Für zivile Seenotrettung und gegen die Kriminalisierung von NGOs durch Regierungen: Erste Seebrücke-Demonstration in Freiburg am Samstag (14.07.2018, 12 Uhr, Platz der Alten Synagoge)

Erste Seebrücke-Demonstration in Freiburg am Samstag (14.07.2018, 12 Uhr, Platz der Alten Synagoge)

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Festung Europa - Auf die europäischen Werte kann man bauen
Quelle: 
RDL/es

Am vergangenen Wochenende demonstrierten bundesweit Zehntausende gegen die Kriminalisierung von humanitärer Hilfe und für die zivile Seenotrettung im Mittelmeer. In Freiburg gab es jedoch keine solche Seebrücke-Demonstration. Das soll am Samstag nachgeholt werden. Über die Ziele und Forderungen dieser Demonstration, auch spezifisch in Bezug auf Freiburg und Baden-Württemberg, sprach Matthieu mit Markus, der die Demonstration mitveranstaltet. Er erklärt zunächst, was das Bündnis Seebrücke Freiburg mit dieser Demonstration erreichen will:

6:47

Anmerkung: Im Interview wird Matteo Salvini irrtümlicherweise als Aussenminister bezeichnet. Tatsächlich ist er aktuell Innenminister.

Im Demonstrations-Aufruf heisst es:

"Stoppt das Sterben – nicht die Rettenden!
Zehntausende Menschen haben vergangenes Wochenende deutschlandweit demonstriert. Diesen Samstag lädt ein breites politisches Bündnis in Freiburg zur Demonstration SEEBRÜCKE ein.
Seit zwei Wochen wird die Lifeline nach einer unwürdigen Odyssee in Malta festgehalten und unter fadenscheinigen Gründen am Auslaufen gehindert. Aktuell befindet sich kein einziges Schiff der zivilen Seenotrettung mehr auf dem Mittelmeer. Selbst den Aufklärungsflugzeugen wurde der Start untersagt.
Gestern hat Italiens Ministerpräsident Matteo Salvini angekündigt italienische Häfen sogar für internationale Rettungsmissionen zu sperren.
Die Folgen dieser Politik sind unvermeidbar: Weniger Helfer bedeuten mehr Tote!
Laut Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) ertrinken derzeit mehr Flüchtlinge als je zuvor im zentralen Mittelmeer. Alleine im Juni starben laut der Internationalen Organisation für Migration (IOM) mind. 629 Menschen auf dem Mittelmeer. Damit sind im Juni so viele Menschen gestorben, wie im gesamten bisherigen Jahr 2018. Die IOM schätzt, dass seit 2014 mindestens 16.780 Menschen bei der Flucht übers Mittelmeer gestorben sind. Das macht unsere Außengrenzen mit Abstand zu den tödlichsten der Welt!
Menschen sterben zu lassen, um die Abschottung Europas weiter voranzubringen und politische Machtkämpfe auszutragen, ist unerträglich und spricht gegen jegliche Humanität. Indem der deutsche Innenminister Seehofer sich zum Verbündeten von Rechtspopulisten wie Salvini macht und auf beispiellose Weise zu einer Verrohung des politischen Klimas beiträgt, ermöglicht Deutschland eine solche Politik der Enthumanisierung und des Todes. Wir sind nicht bereit, das länger zu akzeptieren! Jeden
Tag, den der Boykott gegen die zivile Seenotrettung anhält, jeden Tag, den wir die inhumane Politik europaweit hinnehmen, sterben mehr Menschen.
Die SEEBRÜCKE ist eine internationale Bewegung, getragen von verschiedenen Bündnissen und Akteur*innen der Zivilgesellschaft. Wir solidarisieren uns mit den Menschen auf der Flucht und fordern von
der deutschen und europäischen Politik sichere Fluchtwege, eine Entkriminalisierung der Seenotrettung und eine menschenwürdige Aufnahme der Menschen, die fliehen mussten oder noch auf der Flucht sind. Die Freiburger Aktionsgruppe hat sich vergangene Woche gegründet und besteht aus einer wachsenden Zahl von Unterstützerinnen und Unterstützern."