Mittlerweile ist das Festival halb rum, Zeit, daß ich mich mal wieder melde. Leider ist es, wenn man von Film zu Film hetzt, nicht immer ganz einfach, Zeit zu finden, seine Erlebnisse niederzuschreiben.
Anarchie ist ein radikaler Ansatz, der die Grundfeste der Weltordnung in Frage stellt. Gerade das macht ihn in dieser Zeit so verlockend. In den letzten vier Jahren stieß ein Filmteam auf ein weites Netz von Aktivist*innen, die querdenken...
Und immer noch hänge ich nit der Berichterstattung hinterher. Der Freitag begann erstmall mit einer Fahrt ins gut 80 Kilometer entfernte Castellane, wo ich mein Auto abholen mußte, welches eine neue Lichtmaschine bekommen hatte. Sehr...
Wie ihr seht, komme ich kaum zum Schreiben. Nachdem das letzte Jahr ein wenig mager war, was gute Filme anging, ist das diesjährige Festival deutlich besser angelaufen. Nachdem der Mittwoch schon recht erfolgreich war, wurde der Donnerstag...
Die ersten zwei Tage des Festivals sind vorbei, Zeit für einen ersten kleinen Zwischenbericht. Fangen wir mit den Formalitäten an: Es gibt ein neues Reservierungssystem für die "Einladungen" (so heißen die Eintrittskarten hier...
Über all den politischen Schwierigkeiten Italiens tritt ein Problem manchmal etwas in den Hintergrund: Die Mafia. Der Regisseur Alberto Castiglione, der sich in seinen Dokumentafilmen mit diversen sozialen und politischen Fragestellungen...
Mit einer Ausstellung und mehreren Filmen geht das Centro Culturale Italiano der Verbindung von Frauen und Mafiaorganisationen nach. Diese wird insgesamt unterschätzt, sowohl im Hinblick auf die Rolle von Frauen in der Mafia als auch auf...
Der Videokünstler Serhat Köksal aus Istanbul hat vergangenen Samstag seine Rundreise durch die Republik im Freiburger Kommunalen Kino begonnen. Vor seiner Abreise nach Stuttgart bat ihn Radio Dreyeckland zum Gespräch...
Im Kampf gegen die Kinomafia – oder : Das Cinema Guimbi darf nicht sterben !
Vor etwa vier Jahren hatte ich in hier im Cannes-Blog von der Initiative « Des Cinémas pour l’Afrique» berichtet, die sich für die Wiedereröffnung geschlossener...
Es ist endlich soweit, ich habe meinen Festivalfavoriten. Habe ich bisher zwar durchaus gute Filme gesehen, war eigentlich kein Film dabei, der mich so richtig begeistert hat. Das hat sich heute Morgen geändert. Gerade komme ich aus der...
Neben dem Filmfestival findet ja hier in Cannes parallel auch noch der weltgrößte Filmmarkt statt, auf einer riesigen Messe im Untergeschoss und einem Nebengebäude des Filmpalais, hier werden Filmrechte gehandelt, Unmengen von Produzenten...
Wiie üblich, ist es kaum zu schaffen, mit der Schreiberei hinterherzukommen, so sehr ist man damit beschäftigt, von einem Film zum nächsten zu hetzen, Blicke auf Stars zu erhaschen und Karten (die hier "Einladungen" heißen) für weitere...
Herzschmerz und eklige Aliens – Was will man mehr ?
Cannes – Es geht looos!
Nach meiner Kollegin Angelique melde auch ich mich jetzt live aus Cannes… Hocherfreut, wohlgemerkt, denn schmeichelt es nicht jedem/r von uns, wenn die eigene...
"A perdre la raison" (zu deutsch etwa: Den Verstand verlieren), des noch recht jungen belgischen Regisseurs Joachim Lafosse (geboren 1975), der seit 2004 abendfuellende Featurefilme dreht, vom dem ich persoenlich aber bisher noch nichts gehoert hatte. Die Handlung des Films (Lafosse ist zugleich einer der drei Drehbuchautoren) basiert lose auf einer wahren Geschichte, ohne aber dokumentarisch diese wiedergeben zu wollen. Worum es geht? Ich werde den Schluss hier nicht veraten, aber der Film erzaehlt von einem jungen Paar (Murielle und Mounir), das eine Familie gruendet und Kinder bekommt (ungewoehnlich, was?). Der junge Mann stammt aus einer armen marokkanischen Familie, ein wohlhabender Arzt hatte ihn damals als Kind adoptiert, mit dem Einverstaendnis der marokkanischen Eltern, und mit nach Belgien genommen. Murielle versteht sich gut mit ihrem aelteren Schwiegervater, und da das Paar wenig Geld hat, beschliessen sie, das Angebot des einsamen aelteren Herrn anzunehmen und zu ihm in sein Haus zu ziehen. Und auch seine grosszuegigen finanziellen Zuwendungen anzunehmen.
Einer der am meisten Aufsehen erregenden Regisseure der francophonen Welt ist zweifelsohne das ungewoehnliche Nachwuchstalent Xavier Dolan.
Ein Francokanadier, geboren 1989 in Montreal, der bereits mit 19 Jahren seinen ersten Film produzierte, und es damit sogar international in die Kinos schaffte. Eine Besonderheit ist, dass seine Filme, alle produziert in Kanada, zweisprachig sind, was bedeutet, dass auch im Film selbst die Figuren beide Sprachen durcheinander sprechen oder es Dialoge gibt, in deinen Eine/r diese, der oder die Andere jene Sprache spricht.
Sein Erstling "I killed my Mother" bzw. "J'ai tue ma mere" kam bei uns erst nachtraeglich in die Kinos, aufgrund des Erfolgs seines zweiten Werks, "Les Amours Imaginaires" resp. auf englisch als "Heartbeats", den ich hier in Cannes vor zwei Jahren ebenfalls als Premiere sehen konnt.
Laurence will eine Frau werden
Heute also wurde sein dritter Film vorgestellt, diesmal nur mit einem englischen Titel "Laurence anyways". Die Handlung laesst sich in wenigen Saetzen zusammenfassen: Ein Schriftsteller, Laurence (sehr gut gespielt vom frz. Schauspielstar Melvil Poupaud), lebt mit seiner wilden Freundin Fred (Suzanne Clement, auch sie spielt hervorragend) eine Art "amour fou", eine heftige, intensive, unkonventionelle Beziehung, in der sich die Beiden voler Ueberzeugung von jedem Spiessertum ihrer Umgebung absetzen. Aber als Laurence seiner Fred eines Tages gesteht, dass er kuenftig lieber als Frau leben moechte und ernsthaft eine Geschlechtsumwandlung anstrebt, ist die unkonventionelle Fred doch ueberfordert.