Initiative "Wiehre für alle" wehrt sich gegen Abriss von bezahlbarem Wohnraum: Nimmt sich Familienheim doch noch ein Vorbild am Mietshäuser Syndikat?

Nimmt sich Familienheim doch noch ein Vorbild am Mietshäuser Syndikat?

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Familienheim-Häuser in der Wiehre
Familienheim-Häuser in der Wiehre
Quelle: 
http://www.wiehre-für-alle.de

Die Wohnungsbaugenossenschaft Familienheim sei einmal berühmt dafür gewesen, dass die MieterInnen in ihren Wohnungen alt werden konnten, berichtet eine Bewohnerin, ohne Angst vor Kündigung oder erheblichen Mietsteigerungen. Doch die Zeiten scheinen vorbei: In der Nähe des Wiehrebahnhofs will Familienheim nun mehrere Häuserblöcke abreißen. Als erstes bedroht sind 5 Häuser in der Quäkerstraße, weitere sollen folgen. Als Begründung muss herhalten, die Wohnungen genügten den zeitgemäßen Anforderungen nicht mehr. Die BewohnerInnen wurden im Sommer erst nur vage über anstehende Modernisierungsmaßnahmen informiert, im Oktober bestätigten sich ihre Befürchtungen. Nun will Familienheim die BewohnerInnen rasch zum Umzug bewegen. Die gewachsene Nachbarschaft würde so auseinandergerissen und den Betroffenen stehen - in absoluten Zahlen - höhere Mieten, teils erneut befristete Wohnungsmöglichkeiten oder gar beides bevor. Viele von ihnen könnten die höheren Mietpreise im Neubau nicht schultern. Doch bereits auf die ersten Ankündigungen der Familienheim hin hat sich die Initiative Wiehre für alle gegründet. Sie hat eine Umfrage unter den BewohnerInnen des betroffenen Viertels gestartet und bei Familienheim interveniert, zuletzt mit einem Gespräch am Dienstag. Sabine Karle, Katharina Grassau und Wolfgang Mall von „Wiehre für Alle“ berichteten am Mittwoch bei RDL über den bisherigen Stand und ihre Gegenargumente gegen die Pläne von Familienheim. Ist eine Kehrtwende noch möglich, hin zu einem transparenten Vorgehen und der obersten Priorität für bezahlbaren Wohnraum, wie es das Mietshäuser Syndikat vormacht?