Freiburger Platz der Alten Synagoge: Wie kann man eine Gedenkveranstaltung an einem Nicht-Gedenkort machen?

Wie kann man eine Gedenkveranstaltung an einem Nicht-Gedenkort machen?

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Menschenkreis am Platz der Alten Synagoge
"Für ein würdiges Gedenken" versammelten sich am 10. September 2017rund 100 Menschen in einem stillen Kreis..
Quelle: 
Foto: RDL

Seit Anfang August ist der neugestaltete Platz der Alten Synagoge in Freiburg wieder zugänglich, inklusive eines Wasserspiels in den Umrissen der im Nationalsozialismus zerstörten Synagoge. Der Wille der jüdischen Gemeinden die gefundenen Reste der Alten Synagoge sichtbar zu erhalten wurde von Stadtverwaltung und Gemeinderat übergangen. Ohne Hinweistafeln, mit einer im Wasserspiel eingelassenen Tafel, die kaum lesbar ist und gechlortem Wasser, kam bei der Eröffnung was kommen musste: Die FreiburgerInnen nutzten das Wassrspiel in den Umrissen der alten Synagoge als Planschbecken. Sogar Oberbürgermeister Salomon erklärte, er schäme sich für dieses Verhalten.

Nun sollen Anfang November Hinweistafeln an das Wasserspiel gestellt werden. Zudem findet derzeit ein morderierter Prozess dazu statt, was mit den abgetragenen Steinen der alten Synagoge geschehen soll.

Zwei Tage vor dem Jahrestag der Deportation der badischen Jüdinnen und Juden nach Gurs; die Wiederaufstellung des Gurs Schildes am neuen Platz lässt auch noch auf sich warten; sprachen wir, auch angesichts der kommenden Gedenktage, mit Irina Katz, Vorsitzende der israelitischen Gemeinde. Sie schlägt u.a. einen Platz der Neuen Synagoge vor. 2,5 Monate nach Eröffnung des Platzes fragten wir sie nach einem Fazit der Entwicklung rund um den Platz der Alten Synagoge.

28:06

Am Sonntag den 22. Oktober findet um 16 Uhr wieder ein Menschenkreis rund um den Brunnen am Platz der Alten Synagoge statt. Um 17 Uhr an diesem Sonntag wird dann am Stühlinger Kirchplatz der etwa 450 Freiburger Jüdinnen und Juden gedacht, die 1940 ins Französische Internierungslager Gurs deportiert wurden.

In einer aktuellen Anfrage geht auch die Gemeinderatsfraktion der Unabhängigen Listen nocheinmal auf die Geschichte des Platzes der Alten Synagoge ein. Sie fragt danach, ob es stimmt, dass das städtische Liegenschaftsamt die die Brandstiftung an der Synagoge nutzte, um das Synagogengelände zu kaufen und ob die jüdische Gemeinde nach dem Krieg für dieses Unrecht entschädigt wurde. Zudem will die UL wissen, ob es möglich wäre, in örtlicher Nähe zum Gedenkbrunnen eine Dauerausstellung zur Geschichte der alten Synagoge und ihrer Zerstörung einzurichten.

UL Anfrage:

PDF icon17-10-20PdAS-1.pdf