Alte Synagoge: Bürgermeister Horn lässt Brief von Nachkommen der deportierten jüdischen Gemeinde Freiburg unbeantwortet (nach Interview geantwortet)

Bürgermeister Horn lässt Brief von Nachkommen der deportierten jüdischen Gemeinde Freiburg unbeantwortet (nach Interview geantwortet)

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Warum kommt die Post einfach nicht bei Herrn Horn an?
Quelle: 
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Im Wahlkampf hatte der jetzige Freiburger Oberbürgermeister Martin Horn versprochen, für ein würdiges Gedenken am Platz der Alten Synagoge zu sorgen. Der Sprecher der Nachkommen der Mitglieder der ehemaligen israelitischen Gemeinde von Freiburg Francois Blum freute sich wie viele andere Nachfahren der deportierten und zum großen Teil ermordeten Jüdinnen und Juden Freiburgs über die Wahl Horns. Er rief ihn dann wegen der Sache an, hatte ein kurzes Telefongespräch mit Horn und wurde auf einen Gesprächstermin Ende August vertröstet. Wenn man mit Blum spricht spürt man regelrecht, wie den Nachfahren die Bilder vom Planschbecken förmlich wehtun. Das ist aus dem Areal der zerstörten und geplünderten Synagoge Freiburgs geworden.

 

Blum fürchtet auch nicht ohne Grund, dass bis er Horn sprechen darf, die wichtigen Entscheidungen bereits gefallen seien werden. Also schrieb er Horn erst per E-Mail, dann auch per Post und machte den Brief öffentlich. Eine Antwort hat er nicht bekommen. Die Stadt fürchtet sich anscheinend vor einer aufkommenden "Pro-Planschbecken-Bewegung". Dabei wäre es gut, wenn Horn mit Blum bald ins Gespräch käme, nicht nur weil der jetzige Zustand eine Schande für unsere ach so liberale Stadt ist, sondern auch weil Blum einen interessanten Vorschlag für eine alternative Gestaltung zum Planschbecken hat. Radio Dreyeckland sprach mit Francois Blum.

 

Horns Büro antwortet nach Interview in RDL

Nachdem Herr Blum einen Link auf diese Webseite mit dem Interview an Herrn Horn geschickt hatte, hat Herr Horn durch seine Assitentin sofort geantwortet. Demnach wurde sein Brief an Fachämter weitergeleitet, die nicht antworten. Außerdem antwortet die Stadt Herrn Blum: "Zur Zeit prüft die Stadtverwaltung viele Überlegungen, um Massnahmen am Synagogenbrunnen ergreifen zu können".

Derweil hält die für die Nachkommen der vertriebenen und großenteils ermordeten Gemeinde unerträgliche Situation am Planschbecken an, worauf Francois Blum in seinem Schreiben an RDL ausdrücklich hinweist.

 

 PDF iconOffener Brief.pdf